So könnte Facebook Dich auf fremden WebSites verführen

Posted on 11/02/2011 von

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Der Schatz an Daten, welcher Facebook sammelt, ist unglaublich viel Wert für die Werbung. Mit ein paar Verknüpfungen kann man WebSites wirtschaftlich auf jeden Surfer optimieren. Ich zeige mal ein Beispiel, was mit leichten Veränderungen nicht nur mit Facebook, sondern auch mit anderen Netzwerken möglich wäre. Deine Daten werden genutzt und es ist egal ob Du Anonym bist oder nicht.

Ich gehe davon aus das ein Facebook-Mitglied sich i.d.R. nicht von der WebSite ausloggt und Cookies i.d.R. nicht löscht. Dieses Mitglied (nennen wir ihn mal Mike) besucht nun irgendeinen Blog. Der Blog ist von einer Privatperson. In diesem Blog findet sich auch Werbung, welche Google sendet und unter jedem Artikel befindet sich ein „Gefällt mir“-Button von Facebook. Der „Gefällt mir“ Button wird automatisch von Facebook eingebunden. Heißt also das Facebook schon weiß das Mike auf diesem Blog ist, obwohl Mike nicht einmal „Gefällt mir“ angeklickt hat.

Nehmen wir mal an das Google eine Kooperation mit Facebook hat, dann könnte Facebook nun wesentliche Userdaten an Google senden. Ich sage nicht das es so ist, aber es wäre sehr einfach möglich. Die von Facebook gesendeten Daten können völlig anonym sein. Alleine schon gewisse Vorlieben des Users reichen um diesen für die passende Werbung einordnen zu können. Google weiß auch, welche Inhalte der Artikel im Blog hat, welche die Werbung von Google anzeigt. Nun errechnet Google, was für den User von Interesse ist.

Mike ist ohne Job (laut Facebook) und auf dem Blog liest er den Artikel über Handy-Anbieter, welche Schufa-Probleme machen. Zudem hätte er gerne ein IPhone (laut Facebook-Profil) und er kommt aus Deutschland (was die IP-Auswertung sagt). Er hat Probleme mit T-Mobile und E-Plus, was Google erfahren kann, weil Mike dies auf Twitter gesagt hat. Mike hat Twitter mit Facebook verbunden, so das Facebook es auch weiß und an Google weiter gegeben hat. Damit hat Google genug in der Hand um nun auf dem Blog eine Werbung zu zeigen für einen PrePaid-Anbieter, welcher ein iPhone auf kleine Raten anbietet. Der Austausch und die Einblendung an Informationen erfolgt in weniger als eine Sekunde. Mike klickt die Werbung an. Er findet den Handy-Anbieter gut und registriert sich auch. Die Bestätigung der Bestellung bekommt Mike auch per Mail. Er benutzt GMail (von Google). Damit hat Google auch erfahren das die Werbung sehr erfolgreich war und wird Mike ab jetzt keine Handy-Werbung mehr zeigen. Dafür aber iPhone-Zubehör von Discountern, weil Google weiß das Mike nicht viel Geld hat. Google blendet nun aber auch günstige DSL-Anbieter ein, weil Google inzwischen erkannt hat das Mike immer nur das Firmen-Netzwerk einer Firma verwendet. Google geht inzwischen davon aus das Mike schlicht finanzielle Probleme hat und „ohne Job“ eine Lüge war. Wie sonst ist zu erklären das Mike im Siemens-Netzwerk immer zwischen 8 und 16 Uhr surft und ansonsten unsichtbar ist. Und weil Mike Immobilien-Seiten aufruft mit Mietwohnungen in München, zeigt Google auch günstige lokale Anbieter aus München an. Bekommt Ihr Angst?

Facebook weiß auch bescheid, weil Mike hat bei seinem neuen Handy-Anbieter „Gefällt mir“ angeklickt. Und Facebook reagiert ebenfalls. Facebook zeigt weiterhin den offiziellen Wohnort Hamburg an (was Mike im Profil angegeben hat) aber Facebook zeigt bevorzugt Werbung über München an, weil auch Facebook auf den Immobilien-Seiten seine „Gefällt mir“ Button hat.

Mike ist im Datenaustausch völlig anonym. Und obwohl Mike sein Facebook-Profil mit falschen Daten füttert, weiß Facebook inzwischen, wer er wirklich ist. Austausch von Daten und die Nutzung ist heute viel Geld wert und es gibt sogar voll automatisierte Börsen für Daten. Google und Facebook sind nur ein kleiner Teil von allem. Es gibt noch viel größere Datenhändler und Werbemaschinen und trotz Cookie-Sperre kann man heute fast jeden User erwischen. Auch wenn er versucht Google und Facebook zu vermeiden. Gläsern sind wir bereits. Zumindest ist der Kunde eine matte Scheibe, wo man vieles (aber nicht alles) erkennen kann, was für die Werbewirtschaft von Wert ist.

Für eiinen normalen Bürger ist ein völlig normales unsichtbares surfen kaum noch möglich. Ob es uns gefällt oder nicht. Doch je mehr der Surfer von diesem Umstand weiß umso Machtloser ist die Maschine. Das zeigen die Tricks im Supermarkt. Immer mehr Menschen wissen das die Fleischtheke bewusst rotes Licht in der Auslage verwendet, damit das Fleisch saftiger und besser aussieht. Durch das Wissen wird der Kunde sich nicht so leicht täuschen lassen. Dadurch das der Kunde weiß das die billige No-Name Ware immer unten im Regal ist, schaut er automatisch runter und sieht kaum noch die teure Markenware auf Augenhöhe.

Ein beliebter Witz in der Lebensmittel-Branche macht deutlich, das der Regal-Trick nicht mehr klappt: „Woran erkennt man einen Hartz 4 Empfänger? Er geht mit gesenktem Kopf in den Supermarkt“ Und darum ist es gut wenn immer mehr Menschen wissen, welche Tricks die Werbewirtschaft im Internet verwendet.

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