Die Zeitung kann sterben – Ohne ist man schneller und besser

Posted on 06/12/2010 von

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Der schwere Unfall in „Wetten dass…?“ vom Wochenende ist ein weiterer Beleg dafür das Zeitungen heute nicht mehr unbedingt benötigt werden, um aktuell informiert zu werden. Wenn man mal das Unglück und somit den Sender ZDF nicht berücksichtigt, liegt das Internet natürlich vorne. Die ersten Meldungen vom Unfall kamen per Twitter und dicht gefolgt von Facebook-Usern. Kurz darauf gingen die ersten Blogger mit einem Artikel Online (so wie wir auch) und wurden umgehend verfolgt von Online-Ausgaben der Printmedien. Die ersten TV-Sender berichteten kurz darauf und alles geschah am Samstag.

Heute hat die Bild und auch die sonstigen Zeitungen reagiert. (Ob Bild am Sonntag berichtet hat, ist mir nicht bekannt) Schaut man sich die Informationen, Analysen und Meinungen in den Zeitungen an, wurden Informationen verwendet, die am Samstag und Sonntag schon fast überall zu lesen oder zu hören waren, nur nicht in den Printmedien. Der Informationsgehalt ist somit nicht besser als das, was wir alle schon Online lesen konnten oder im Fernsehen erfahren haben.

Der Vergleich wirkt auf dem ersten Blick als Unfair, weil fast alle Zeitungen am Wochenende nicht erscheinen. Doch beobachtet man auch innerhalb der Werktage, was veröffentlich wird, stellt man schnell fest das Zeitungen auch Meldungen zum Teil mit zwei Tagen Verzögerung veröffentlichen. So als wenn die Artikel der Nachrichtenagenturen billiger sind, wenn man diese erst später veröffentlicht.

Journalistische hochwertige Arbeit, das ist ein Steckenpferd der Zeitungen, so heißt es zumindest. Stimmt aber nicht grundsätzlich. Viele Lokalzeitungen bedienen sich Agenturmeldungen und lassen diese von Praktikanten aufbereiten (ist ja billiger). Und lokale Nachrichten werden auch nicht unbedingt von Journalisten geschrieben. Nicht selten findet man unglaubliche Fehler in Straßennamen, Rechtschreibung oder Darstellung, was nicht unbedingt von journalistischer Klasse zeugt.

Zeitungen haben in der heutigen Zeit ausgedient. Sie zu kaufen macht nur Sinn, wenn man Nachrichten unterwegs lesen will, die man am Vortag noch nicht gelesen hat. Oder eben als Packmaterial für Fisch.

Wöchentliche Nachrichtenmagazine (z.B. Focus oder Spiegel) haben als Printausgabe nicht ausgedient. Hier wird journalistische Klasse bewiesen. Da werden nicht nur News der Woche gesammelt. Hier gibt es umfangreiche Hintergründe. Zusammenhänge werden erklärt und die Infos der vergangenen Woche werden qualitativ aufgewertet. Nicht selten entdecken die Nachrichtenmagazine Skandale, welche über Monate ermittelt wurden. Und so produzieren Nachrichten-Magazine selber Schlagzeilen. Schaut man sich den Umfang heutiger Printausgaben der Nachrichten-Magazine an, erkennt man schnell das lesen in gedruckter Form einfach angenehmer ist. (Mal sehen wie das iPad das ändert)

Heutige Print-Zeitungen können Online überlegen, worausgesetzt die Redaktionen sind 24 Std. besetzt. Sonst kann es passieren das manch Blogger wichtiger wird, in vergleichbarer Qualität.

Nachrichten per Fernsehen ist in Deutschland eher schwierig, wenn man sich mal unsere Nachrichten-Sender ansieht. Bis auf Kernzeiten, werden gerne Nachrichten-Wiederholungen gezeigt und es passiert extrem selten das diese aktualisiert werden. Wenn um 21 Uhr etwas wichtiges in der Welt passiert, reagieren die Nachrichtensender selten drauf.Nachrichten sind aber ein 24 Std. Geschäft und nicht auf Öffnungszeiten begrenzt. Auch hier zeigt sich der Vorteil vom Internet. Davon abgesehen das Nachrichten Bilder brauchen, welche man im Fernsehen zeigen kann, während im Internet als schnelle Meldung schon ein „gedrucktes“ Wort reicht.

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