Wuppertaler-Wetter: Aus 45 Minuten werden über 240 Minuten

Posted on 02/02/2010 von

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Ach, was ein schöner Tag. Um 11:30 Uhr hab ich Feierabend. Mal ein Tag wo ich früh frei habe und den Geburtstag vom Großen mitfeiern konnte. Es kam völlig anders und war ein Abenteuer. Naja, noch eben was für die Firma erledigt und dann hab ich mich von Barmen (Werth) nach Nettenberg (Cronenberg) auf den Weg gemacht. Bis Elberfeld war soweit auch alles gut. Gut, viel Schnee kam vom Himmel, aber egal. Es kam dann auch die 625, welche ich genommen hab, weil die CE65 einfach nicht kam.

Während der Fahrt meldete sich dann der Busfahrer: „Eine Durchsage an die Fahrgäste. Weil die Jäger….straße nicht befahrbar ist, machen wir einen kleinen Umweg über Ronsdorf.“ Ein paar Fahrgäste beschwerten sich laut und auch ich fand es keine gute Idee. Die Ronsdorfer Straße ist bei Schnee nicht zu befahren. Eine Regel für Busse, so wie nicht bei Rot über die Ampel (wenn Polizei hinter Dir steht) oder 90 in einer 30. Zone fahren, wenn da ein Blitzer steht. Und so darf man die Ronsdorfer Straße bei Schnee nicht befahren. Wenn nicht ein Bus, dann steht ein LKW quer. Und genau der stand auch an der Lichtenplatzer Str Ecke Ronsdorfer Straße. Und mein Bus kam nicht weiter. Der Busfahrer meldete nur per Lautsprecher: „Das war es dann wohl“.

Gut, nach ca. 45 Minuten, wo der LKW alles mögliche versuchte, wieder fahren zu können (siehe meine Twitter-Beiträge von heute), entschloss ich mich mit Marcus (wenn das der Name war) zu Fuß nach Elberfeld. Ich kenne ihn nicht, aber wir beide hatten das gleiche Ziel und gemeinsam macht es in der Not mehr Spaß. Marcus war ein netter Typ. Denke so um die 20 Jahre, eher jünger. Er ist zudem Schüler.

Das Ziel war klar, erstmal wieder zu Fuß oder wie auch immer nach Elberfeld zum Hauptbahnhof und die Sachlage checken. Spontan sagte ich scherzhaft: „Wir können ja mal den Anhalter machen.“ Er war nicht sicher ob es was bringt, aber er hob eigentlich fast sofort den Daumen und keine 2 Minuten später, hielt auch ein Wagen mit zwei jungen Leuten. Die hatten Spaß daran und irgendwie hatte ich das Gefühl, in einer solchen Schnee-Situation rücken fremde Menschen einfach näher zusammen. Man hilft sich halt. Selten in Wuppertal.

Am Hauptbahnhof erfuhren wir, das kein Bus mehr fährt und Marcus sah zudem zufällig das am Bahnhof auch noch eine Bekannte von ihm da steht. Spontan getroffen und wir haben uns alle drei gut verstanden. Die junge Frau (ich nenne sie mal Jenny) hatte ihre Ome gebeten, sie doch abzuholen. Auch sie wollte nach Cronenberg. Und Oma sollte gleich uns alle drei fahren. Doch nach gut einer Stunde war klar, wir müssen umplanen. Die Oma hängt in Cronenfeld fest. Wenn Oma wüsste, warum ihre Enkeling in Not geraten ist…. (sie war in Elberfeld um Schuhe zu kaufen…. Frauen, sehr logisch). Ich wurde spontan zum Freund von Marcus erklärt, damit Oma mich auch mitnimmt.

Aber sie kam einfach nicht. In der Stunde hingen wir auch fest, weil kein Taxi uns nach Cronenberg fahren wollte. Auf dem Berg hing in LKW und ein Bus fest. Irgendwann mußten wir handeln und haben die Vorteile einer jungen Frau genutzt. Sie hat quasi einen Taxifahrer überredet, uns doch noch zu fahren.

Klappte auch. Nur das sich noch ein völlig fremder Mann aufgezwungen hatte, der Adolfsraße (irgendwie so ähnlich heißt die Haltstelle so) wollte. Tja, mitten am Berg ging nix mehr. Der fremde Fahrgast hat die komplette Taxifahrt bis dahin bezahlt und ging. Wir wollten weiter und das Taxi versuchte es. Gut 10 Minuten später sind wir dann doch den Rest bis zum Hahnerberg zu Fuß gegangen. Gemein war ein Werbeplakat mit Sonne, Strand, nackten und schönen Menschen. Da wäre ich jetzt auch gerne. Doch dafür fühlte ich mich eher wie ein einsamer Eisbär mitten am Nordpol.

Am Hahnerberg haben wir nochmal die Oma am Telefon gehabt und siehe da. Direkt dort wurden wir abgeholt und der Rest klappte per Auto. Ich landete nach einer langsamen Fahrt am Nettenberg und konnte doch noch zum Geburtstags-Roddeln von meinem Großen. Es war ca. 16:30 Uhr. Der Geburtstag war toll. Kalt, nass und lustig. Und ich hatte ein kleines Abenteuer mit ganz viel Schnee.

Was mich ärgert ist, das dieses Wetter schon lange bekannt ist. Doch die Stadt Wuppertal und die Stadtwerke haben Räumdienst, Busverkehr u.s.w. eingestellt und die Bürger sich selbst überlassen. Auch das Wuppertal aus Kostengründen nicht schon im Herbst für große Mengen Salz gesorgt hat, rächt sich jetzt. Auch die Informationen der WSW sind mager. Es war z.B. heute morgen nicht zu hören das alle Busse bis auf weiteres nur ab und zu Cronenberg Rathaus fahren und nicht mehr bis Sudberg. Im Web hab ich nicht gelesen. Nix.

Insgesamt hat alles geklappt und die verlorene Zeit…… Naja, so ist das halt mit Schnee in Wuppertal. Danke an die fremden jungen Leute, die uns als Anhalter mitgenommen haben. Und auch ein Dank an die fremde Oma und den fremden Opa, die uns durch Cronenberg gefahren haben. Marcus und ich bleiben zudem sich im Kontakt. Wie er mich findet, hab ich ihm gesagt…..

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Posted in: Wuppertal