Als wenn es besser werden würde mit Andreas Bartl bei Sat.1

Posted on 16/01/2010 von

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Wenn ein Sender sein ganzes Images verliert, sowohl als Hauptstadtsender, wie auch als Familiensender. Wie soll man das wieder aufmöbeln, wenn mangelnde Werbegelder und Schuldendruck eher weiter zum sparen zwingt, als gutes Programm zu machen? Ab Februar ist Andreas Bartl der neue Chef bei Sat.1. Mal wieder ein neues Opfer in einer langen Liste von verschlissenen Senderbossen in den letzten Jahren.

Gut, Herr Bartl könnte Glück haben, weil Sat.1 ja fast schon klinisch tot ist. Wenn Sat.1 stirbt, ist er es ja nicht schuld, sondern die vielen Vorgänger. Und kommt Sat.1 aus dem Loch, wird er als Retter gefeiert. Doch um Sat.1 zu retten, muß das Programm wieder besser werden. Dafür muß man auch Geld ausgeben. Das heißt nicht, einfach einen Pocher oder Kerner kaufen. Deutlich mehr Geld in die Hand nehmen geht in eine andere Richtung. Man brauch Leute, die taktisch gegen die Wettbewerber das Sat.1 Programm besser programmieren. Man muß bereit sein, Shows und Formate zu kaufen, welche Originale sind und keine Kopien. „Star Search“ war damals ein Beispiel dafür. Zwar war es ein erfolgreiches internationales Format. Allerdings kam es in Deutschland wie eine billige und langweilige Kopie von DSDS und zwar direkt nachdem DSDS bei RTL lief. Heißt also, Sat.1 muß Trend, Entwicklungen und den Geschmack der Zuschauer besser und schneller finden, als z.B. RTL. Das kostet Geld, was langfristig hilft und nicht nur evtl punktuell wirken könnte (was ja bei Pocher und Kerner gemacht wurde und nicht klappte).

Gut, jeder Sender hat Trend-Scouts u.s.w. Nur die finanzielle Ausrüstung und die Qualität der Leute unterscheidet sich.

Gestern habe ich mir Pastewka, Ladykracher, „Oliver Pocher Show“ und auch einen Rest von der „Schillerstraße“ angesehen. Mir hat alles gut gefallen. Ich war sehr zufrieden und verstehe erst nicht, warum das ein schwarzer Abend für Sat.1 war, in Sachen Quote. Doch als ich mir mal in einer TV-Zeitschrift das gesamte Programm der letzten Tage von Sat.1 angesehen habe, wurde mir klar, was los ist.

Sat.1 wirkt bieder, langweilig und alt. Wäre das ZDF nicht, würde Sat.1 als ältester und schrecklichster Sender abschneiden. Perlen im Programm gehen schlicht unter. Also muß man den Mut haben, die Qualität zu verbessern. Man muß bereit sein, sein Profil zu schärfen. Man muß bereit sein, mehr Glanz ins Programm zu holen. Sat.1 muß das Gefühl vermitteln können, das es ein Highlight, ein großes Event ist, diesen Sender gucken zu können. Zumindest in der PrimeTime. RTL kocht auch nur mit Wasser, aber es wirkt wie ein edles Wasser. Sat.1 wirkt wie Leitungswasser.

Der neue Senderchef Andreas Bartl hat viel zu tun, ob er was bewirken kann, hängt davon ab, wieviel Geld und Freiheit er bekommt. Und wie visionär er ist. Ohne Vision gibt es keine Zukunft. Ohne Vision, keine Hoffnung. Und wenn das alles fehlt, wird Herr Bartl in kürzester Zeit einen neuen Job bekommen, also nach Sat.1. Und Sat.1 selber? Vielleicht wird er doch noch an Sky verkauft. Im Gespräch war dies schonmal. Vielleicht nicht die schlechteste Idee für diesen Sender.

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