Die Flut der Bäckereien in Wuppertal

Posted on 19/06/2009 von

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Da ich mich in letzter Zeit viel mit Bäckereien beschäftige und auch ein Auge auf Angebote, Qualität und Service werfe, sind mir einige Dinge extrem aufgefallen. Zum einen diese extreme Flut an Bäckereien. Man wird quasi erschlagen. Massenhaft sind diese anwesend und manchmal gleich 4-6 Bäckereien innerhalb von weniger als 200 Metern. Ein extremer Wettbewerb in Wuppertal.

Die Konzepte sind dabei ebenfalls sehr unterschiedlich. Ob es nun eine kleine einfache Bäckerei in einem Supermarkt ist, eine ToGo-Bäckerei im Bahnhof, unabhängige eigene Filialen (also der Standard) oder die Lounge-Cafe-Bäckerei. Konzepte gibt es bald soviele, wie es Bäckereien gibt. Und dann natürlich die Discounter-Bäckereien, die billige Ware (meist aus Polen) einfach im Laden nur aufbacken und verramschen. Doch überall gibt es letztlic ein vergleichbares Grundangebot. Brot, Teilchen, belegte Ware und alles von süß bis deftig. Und dazu bieten alle frisch gebackene Brötchen.

Doch fast alles ist reiner Filial-Betrieb von Ketten. Man findet kaum noch traditionelle Bäckereien mit Backstube u.s.w. Fast nur noch Industrieware. Selbst wenn nach traditionellen Rezepten gebacken wird, wie es Kamps verspricht.

Geht man nun aber gezielt auf die Suche, stellt man fest, das selbst hochpreisige Bäckereien, qualitativ zu Wünschen übrig lassen. So habe ich z.B. gesehen das die Rosinenschnecken bei manchen Bäckereien zwar fast den gleichen Preis haben, wie alle, doch optisch schon sehr blass wirken und klein. Und geschmacklich nicht dem entsprechen, was man erwartet, bei den Preisen. Und das zieht sich durch alle Produktgruppen.

Als ich damals im Vertrieb von 1&1 war, hab ich auf ca. 20 Wettbewerber geachtet. Davon mußte ich nur gut 5 Wettbewerber intensiv beobachten. Und der Markt hatte damals schon einen Verdrängungswettbewerb. Wie nennt man das dann, was ich hier in Wuppertal sehe? Gut, schaue ich auf das Einzugsgebiet einer Filiale, wird es auch überschaubarer, aber nicht unbedingt besser.

Doch eigentlich frage ich mich, wie die ganzen Bäckereien überleben können. Soviele, wie es hier alleine in Wuppertal gibt. Soviele, die fast Tür an Tür sitzen. Ich meine, nur weil es mehr Bäckereien gibt, gibt es nicht gleichzeitig auch mehr Menschen, die Brot essen.

Letztlich, so denke ich, wird nur die Bäckerei überleben können, die entweder extrem billig ist. Oder eben die hochpreisige Bäckerei, die neben Qualität und Service, auch gutes Marketing macht, also besser und ideenreicher ist, als der Wettbewerb.

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Posted in: Wuppertal