Konjunkturprogramm: Demo der Erzieherinnen in Wuppertal

Posted on 27/05/2009 von

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Wer gestern zwischen 10 und 13 Uhr in Barmen war, wird es kaum übersehen haben. Eine große Demo von Ver.di. Ziel war, mehr Geld für die ErzieherInnen in NRW. Von Duisburg bis Köln waren die meisten da. Es wirkte wie ein Konjunkturprogramm für die Gastronomie und Snack/Imbiss Betreiber. Alles war plötzlich voll und keiner wußte mehr, wie man den Ansturm irgendwie bewältigen sollte. Ob es nun der Eisdealer, die HotDog Bude oder die Bäckerei war. Die hungrige Meute hat alles belagert. Die Futterstätten in der Fußgängerzone in Barmen dürften sich herzlich bedankt haben und haben sicher nix dagegen, wenn es wieder eine so große Demo in Barmen geben würde.

Die Forderung von mehr Geld und Anerkennung kann ich unterstützen, weil ich gut 10 Jahre selber über eine Bekannte erlebt habe, was es heute heißt, Erzieherin zu sein. Neben wenig Geld und viel Streß (psychologisch insbesondere), ist es heute auch üblich, das es kaum noch Festanstellungen, sondern Zeitverträge gibt, welche immer nur um 6 Monate oder ein Jahr verlängert werden und das ständig. Die Arbeitgeber (Kirche oder Stadt) kennen Tricks, wie man einen endlos mit Zeitverträgen versorgen kann (normal wäre maximal 2 Jahre). Und oft genug muß selbst die beste Kraft einen neuen Job finden, bevor man sich halbwegs in der alten Stelle eingefunden hat.

Nachdenklich macht mich allerdings auch das die Erzieherinnen mehr Geld fordern, gleichzeitig auf der entspr. Demo im Ver.di T-Shirt den Starbucks überlaufen haben. Ein Ort, wo ein Kaffee ab 4 Euro und mehr kostet, während es direkt um die Ecke quasi den „gleichen“ Kaffe fast 50% günstiger gibt und auch schmeckt. Da haben wohl ein paar Demonstranten nicht über die Signalwirkung nachgedacht. Wer zu wenig Geld verdient, trinkt seinen Kaffee nicht bei Starbucks.

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Posted in: Wuppertal