Was an der Rettung von Opel stört

Posted on 24/03/2009 von

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Würde es nur darum gehen, vielen tausenden von Menschen den Arbeitsplatz zu sichern, dann würde ich persönlich alles tun. Doch es gibt Dinge, die gehen einfach nicht. Und so ist Opel ein Fall, wo ich eine Rettung durch den Staat nicht unterstützen kann. Nur eine Lösung wäre in Ordnung. Doch dazu gleich mehr.

Opel hat das Glück das wir im Wahljahr sind. Politiker tun alles um sich bei den Wählern einzuschmeicheln. Man will der große Retter von tausenden von Arbeitsplätzen sein. Allerdings sind viele Ideen eher auf Kosten derer, welche die Politiker wählen sollen. Auf Kosten des Wählers und Steuerzahlers.

Opel selber hat viele Fehler gemacht und hat einen langen Weg hinter sich. Eigentlich ist das Unternehmen auf einen guten Weg, ein profitables und gesundes Unternehmen zu werden, wenn nicht die Probleme des Mutterkonzerns General Motors (GM) wären. Dieses Unternehmen zu Retten wäre eine gute Idee, um Arbeitsplätze bei der Firma selber und deren Zuliefern zu sichern. Zumal der derzeit gefragte Kleinwagen (wegen der Abwrackprämie) so gefragt ist wie nie. Die Montage erfolgt bei Opel zudem in Deutschland, was gut ist. So wirkt das Konjunkturprogramm in Deutschland, zumindest bei Autos von Opel.

Doch Opel hat keine Patente mehr, sondern hat diese für 3 Milliarden an den Mutterkonzern verkauft. Nur wenn GM bereit wäre, die Patente „kostenfrei“ an Opel zurück zu geben, wäre eine Rettung sinnvoll möglich. Doch warum soll der Steuerzahler Opel retten? Ein Unternehmen, was keine Steuern zahlt? Zumindest nicht in Deutschland. Und dann Steuergelder zur Rettung verwenden?

Kredite an Opel geben, würde bedeuten, der Staat bekommt irgendwann das Geld zurück. Dumm nur wenn Opel doch noch Pleite geht. Eine Bürgschaft wäre auch nicht besser. Und wenn man Opel rettet, müsstet man Schaeffler & Co auch noch retten. Ein Teufelskreis. Man könnte ja auch alle „notleidenden“ Unternehmen verstattlichen und die DDR wiederbeleben. Die Linke würde sich freuen. Zurück zum Sozialismus, zurück zur Planwirtschaft. So kann es nicht gehen.

Opel alleine wäre ja zudem nicht überlebensfähig. Der Autobauer ist alleine schlicht zu klein. Das geht so einfach nicht. Was wäre die Alternative? Ein Investor, am besten ein anderer Autokonzern übernimmt. Doch in einer Wirtschaftskrise, welche so groß ist und noch viele unbekannte große Probleme in sich trägt, will keiner investieren. Verständlich…. Und der Wirtschaftsminister kann 100 mal sagen, er hat Investoren auf der Liste. Interne betraute Mitarbeiter haben gegenüber Spiegel gesagt, das derzeit kein Investor vorhanden ist, welcher ernstgenommen werden kann. Klingt auch sehr glaubwürdig, was ich lese.

Arbeitsplätze sichern ist gut. Doch nicht um jeden Preis. Meine Überlegung geht so. Es wäre ok, wenn ein plan existiert, womit Opel für die nächsten 10 Jahre notfalls alleine überleben kann ohne weitere Kredite. Das würde zwar auch Arbeitsplatz-Verlust und herbe Einschnitte bei den Angestellten bedeuten, allerdings sichert man der großen Masse den Arbeitsplatz.

GM überlässt Opel alle Patente kostenfrei, was GM allerdings bereits ausschlägt. Der Staat übernimmt sämtliche Anteile von Opel und wird Eigentümer. Opel wird eigenständig und muß an Deutschland auch Steuern zahlen. Sobald die Wirtschaftskrise durch ist, verpflichtet sich der Staat, seine Anteile an einen Investor zu verkaufen, welcher den Fortbestand des Unternehmens in Deutschland für 20 Jahre garantiert (eine solche Garantie wird niemand freiwillig geben). Heißt also, es macht nur Sinn, das ein Autokonzern bei Opel einsteigt. Da Opel (davon gehe ich aus) nach der Wirtschaftskrise besser darsteht als derzeit, dürfte der Staat den Verkauf mit Gewinn abschließen. Opel ist gerettet, die Arbeitsplätze sind gerettet und der Steuerzahler hat unterm Strich nix verloren.

Doch bevor der Staat Opel übernimmt, muß gesichert sein das nicht noch mehr Probleme in Opel stecken, als bisher bekannt. Und ein Plan, wie das Unternehmen eigenständig für 10 Jahre weitergeführt werden kann, muß ebenfalls vorhanden sein.

Allerdings, mal angenommen Opel geht vor die Hunde. Was würde passieren? Andere Autokonzerne (auch deutsche Unternehmen) würden mit mehr verkäufen profitieren. Mehr Umsatz bei anderen Unternehmen führt auch zur Sicherung von deren Arbeitsplätzen und kann neue Arbeitsplätze schaffen. Lohnt der Aufwand, Opel zu retten im Verhältniss zu den effektiv verlorenen Arbeitsplätzen?

Und da bin ich mir nicht so sicher. Sicher ist nur, wenn Opel gerettet wird, wird dies den Politikern beim Wahlkampf helfen. Und so hilft letztlich der Steuerzahler, das ein Politiker sich profiliert. Das kann nicht richtig sein.

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Posted in: Wirtschaft