Schulessen – Kinder leiden, Beamte sparen

Posted on 05/02/2009 von

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Ich lese gerne und viel über das, was in Deutschland und der Welt passiert. Heute ist mir ein Artikel im Spiegel untergekommen, wo berichtet wird, das sich eine Schulleitung in Potsdam dafür eingesetzt hat, das es für Kinder ein Schulessen gibt, was von Komune, Land oder Staat subventioniert werden soll. Das Schulessen kostet je Kind 2,60 Euro. Ein Preis, der schlicht zuviel ist für viele Eltern dieser Schule, zumal das Umfeld der Schule als wirtschaftlich und sozial kritisch zu bezeichnen ist. Wobei kritisch in Zeiten von Hartz 4 noch milde ausgedrückt wird.

Die Leitung hat reagiert, als ein Kind auf der Schulbank zusammengebrochen ist, weil es schon seit Tagen nichts zu Essen bekommen hatte. Und das diese Leitung helfen will, finde ich damit auch richtig und gut. Letztlich hat es keine Subvention gegeben, weil das Land Brandenburg sagt, das sozialstaatliche Leistungen eine Bundessache ist. Der Bund sagt wiederum das schulische Leistungen die Sache der Länder ist.

Zwar hat die Leitung es dennoch geschafft, über karitative Einrichtungen kostenloses Essen für Kinder zu bekommen, aber der Staat entzieht sich der Verantwortung gegenüber den Kindern. Letztlich können die Kinder nix dafür, wenn Eltern sich nicht um ein ausgewogenes Essen kümmern können (aus finanziellen Gründen) oder wollen (was es leider auch gibt).

Der Hammer kommt allerdings noch. Die Schulleitung, welche keine Subventionen bekommen hat, wurde von den Beamten zu einem Gespräch eingeladen. Da gab es dann auch in der Behördenkantine etwas zu Essen. Das kostet nur 0,80 – 1,60 Euro je Mahlzeit, weil es von der Behörde für die Beamten subventioniert wurde. Beamte, die sich nicht darüber beklagen müssen, das diese zu wenig Geld bekommen, erhalten ein subventioniertes Essen je Tag. Kinder von finanziell schwachen Eltern erhalten nix und sollen weiter leiden?

Spätestens ab diesem Punkt kann ich niemanden verstehen, der sich nicht über dieses Verhalten aufregt. Ich für meinen Fall bin zumindest mächtig sauer darüber. Und die Gefahr, das Eltern das subventionierte Essen der Kinder missbrauchen, mag ja in Einzelfällen gegeben sein. Allerdings berechtigt diese mögliche Gefahr nicht dazu, die Kinder leiden zu lassen.

Der Staat schiebt seine Verantwortung auf karitative Einrichtungen wie die „Tafeln von Deutschland“ und ist eher dazu geneigt, weitere Leistungen zu streichen, als dafür zu sorgen, das kein Kind im reichen Deutschland leiden muß. Und Deutschland ist reich, nur leider trifft dies auf immer weniger Eltern und Bürger zu……..

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Posted in: Mensch, Politik