Wirtschaftskrise: Auch Sony und eBay leiden

Posted on 22/01/2009 von

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Die Wirtschaftskrise hinterlässt sowohl bei eBay als auch bei Sony ihre Schleifspuren. Nach wie vor stark präsentiert sich hingegen Apple, die sich mit einem Nettogewinn von 1,58 Mrd. Dollar im vierten Quartal unbeeindruckt zeigen. Wie Sony heute, Donnerstag, bekannt gab, geht man das erste Mal seit 14 Jahren von einem operativen Verlust aus. Ersten Schätzungen nach dürfte die Bilanz bis zum 31. März einen operativen Fehlbetrag von 260 Mrd. Yen (2,2 Mrd. Euro) aufweisen. Der Vergleich zu 2008 zeigt den Wertverlust. Im vergangenen Oktober konnten die Japaner noch einen Betriebsgewinn von 200 Mrd. Yen ausweisen. eBay hingegen hadert mit dem Weihnachtsgeschäft. Im vierten Quartal fiel der Überschuss um fast ein Drittel auf 367 Mio. Dollar. Auch der Umsatz ging um sieben Prozent auf 2,04 Mrd. Dollar zurück.

„Wir haben es mit einem längeren Abschwung zu tun, der vor allem am Arbeitsmarkt noch seine Folgen zeigen wird. Wenn Sony nun die Produktion seiner beiden japanischen Fabriken für Fernseher zusammenlegt und Kosten sparen will, kann dies nur ein erster Schritt sein“, so Erste-Bank-Analyst Hans Engel. Laut dem Insider ist die Produktpalette „riesig“, was Optimierungen in Gesprächen mit Hunderten Produktmanagern „schwierig und vor allem langwierig macht“. „Außerdem sollten Währungsbelastungen durch den Yen sowie der einbrechende Absatz der PlayStation 3 nicht vergessen werden. Diese Faktoren drücken sehr auf die Margen des Unternehmens“, so Engel. Bei Redaktionsschluss (12:20 Uhr) notiert das Papier mit 3,14 Prozent im Minus bei 16,37 Euro. Auf Nettobasis geht Sony von einem Verlust von 150 Mrd. Yen aus, die Umsatzprognose fällt von 9.000 auf 7.700 Mrd. Yen.

Die weltweite Kaufzurückhaltung im Zuge der Konjunkturkrise bekommt auch eBay deutlich zu spüren. eBay gab in der Nacht auf heute bekannt, dass vor allem das Weihnachtsgeschäft unter den Erwartungen geblieben ist sowie Wechselkursbelastungen die Bilanz drücken. Die Aktionäre reagierten umgehend, sodass die Aktien im nachbörslichen US-Handel nachgaben. Die Kurskapriolen fordern ihren Tribut. Allein im vergangenen Jahr büßte das Unternehmen fast 60 Prozent seines Börsenwerts ein. Die Wechselkursschwankungen machen eBay so stark zu schaffen, weil man mehr als die Hälfte aller Umsätze im Ausland mit Deutschland als dem zweitgrößten Markt nach den USA macht. Hinzu kommt die Konkurrenz durch Amazon. Für das erste Quartal rechnet eBay daher mit einem Umsatz zwischen 1,8 und 2,05 Mrd. Dollar.

Apple zeigt sich von den schlechten Branchenergebnissen Nvidias oder
Intels hingegen unbeeindruckt. Dass der Gewinn je Aktie für das vergangene Quartal mit 1,78 Dollar so positiv ausfällt, überraschte selbst die Analysten. Diese hatten im Schnitt einen Wert um nur 1,40 Dollar vorausgesagt. So konnte der Konzern in den zurückliegenden drei Monaten über 2,5 Mio. Macintosh-Rechner verkaufen – dies entspricht einer Absatzsteigerung um neun Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Bei den iPods liegt die verkaufte Stückzahl bei 22,7 Mio. Geräten. Im vierten Quartal verkaufte der drittgrößte Mobiltelefonhersteller mehr als 4,3 Mio. iPhones. Das Auslandsgeschäft ist für Apple dabei sehr lukrativ und macht inzwischen 46 Prozent aus. Die Anleger honorieren die Ergebnisse. Die Aktie legte in Frankfurt mehr als zehn Prozent zu und steht bei rund 69 Euro.

(Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Pressetext)

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Posted in: Online, Wirtschaft