Jagd auf Tauschbörsen – Usern beendet?

Posted on 05/01/2009 von

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In den USA wirkt es so, als wenn die Jagd auf Tauschbörsen-User beendet sei. Zumindest auf den ersten Blick. Die Musikindustrie (RIAA) hat den Datenschnüfflern MediaSentry gekündigt und beendet damit das Theater um Datenschutz & Co. Klingt gut, auch aus Sicht von Bürgerrechtlern und Datenschützern in den USA. Und letztlich hat die Musikindustrie mit den Massenklagen auch ihre eigene Kundschaft verprellt.

Doch die Sache hat einen Hacken. Die Musikindustrie nimmt nun die Internet-Provider ins Visier. User, welche illegal Musik im Web erwerben, brauchen einen Internet-Provider. Dieser bietet, aus Sicht der Industrie, die technische Vorraussetzung, das jemand überhaupt Tauschbörsen nutzen kann. Entsprechend will die Musikindustrie gegen entsprechende Provider klagen, welche die Nutzung von Tauschbörsen nicht verhindern. Der Internet-Provider kann dann wieder gegen den User klagen oder technische Vorraussetzungen schaffen, das Tauschbörsen nicht genutzt werden. Doch egal wie, der Provider hat den „schwarzen Peter“.

Das Modell wird auch schon in Deutschland diskutiert, nachdem ein Erotikanbieter aus Deutschland gegen Arcor geklagt hatte, weil er nicht verhindert, das erotische amerikanische Seiten ohne Jugendschutz in Deutschland aufgerufen werden können. (wie hier berichtet)

Doch egal wie. Musik selber ist als Geschäftsmodell ein Auslaufmodell, einfach weil die Digitalisierung so weit vorne ist, das man die illegale Nutzung kaum noch verhindern kann. Ein Glück für Buchverlage, solange diese noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen sind. Wer mit Musik verdienen will, muß sich ein neues Modell ausdenken. Mit Live-Konzerten wäre es möglich. Immerhin wird da soviel Geld für bezahlt, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und die Digitalisierung funktioniert einfach nicht mit lebenden Menschen auf der Bühne.

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