Landesbank Berlin, Datenpanne und der Stollen-Diebstahl

Posted on 20/12/2008 von

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Man was ein Theater wegen der Datenpanne. Ein Karton mit Kreditkarten landet bei der „Frankfurter Rundschau“. Jeder denkt, da will jemand aufzeigen das hier Missbrauch mit empfindlichen Karten gemacht wird. Eine große Polizeiaktion entsteht. Politiker schreien auf und fordern mehr Sicherheit für unsere Daten, insbesondere auch Bankdaten. Die LBB (Landesbank Berlin), steht unter Druck und die Polizei fahndet mit einem großen Aufwand nach den Tätern.

Und dann? Ja dann stellt sich heraus das es kein Datenmissbrauch gibt, sondern einen gestohlenen Stollen. Zwei Kurierfahrer hatten einen Stollen zu transportieren, welcher als Geschenk an die „Frankfurter Rundschau“ gehen sollte. Tja, die Männer hatten wohl Hunger und haben diesen kurzerhand selber gegessen. Um diese Tat zu vertuschen, haben diese schlicht das Etikett auf einen anderen Karton geklebt, wo die Kreditkarten drin waren. Die Kurierfahrer wußten nur nicht, was dadurch entstand. Und so kam das falsche Päckchen sammt den Kreditkarten bei der „Frankfurter Rundschau“ an.

Gut für alle, das sich alles zum positiven gewendet hat. Und irgendwie klingt alles nach einer Komödie der besonderen Art. Allerdings klingt es auch wie ein Vertuschungsmärchen, wenn ich ehrlich bin. Doch die LBB leidet weiter. Mit Recht steht diese ganz scharf in der Kritik. Immerhin verschicken diese hoch empfindliche Daten auf eine sehr fahrlässige Art. Warum wurden die Daten, Kreditkarten u.s.w. so unsicher in einem Karton verschickt? Warum wurde keine Sicherheitsfirma beauftragt?

Ich bin nicht betroffen von dieser Angelegenheit und kann daher nur schmunzeln und finde es sogar eine tolle Vorlage für einen Film. Eine kritische Satire über Sicherheit, profilierungssüchtige Politiker, übertriebene Datenschützer, schlampige Banken, mit boulevardistischen Medien und zwei harmlose und hungrige Kurierfahrer.

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Posted in: Wirtschaft