Opel retten und Wahlkampf gewinnen

Posted on 19/11/2008 von

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Der Wahlkampf in Hessen ist im vollen Gange. Die Zeit ist auch knapp, weil im Januar soll gewählt werden. Während die SPD mit Ypsilanti in Hessen gut beschäftigt ist, nutzt Roland Koch die Gunst der Stunde. Die Opel Werke, welche Finanznot erwarten, wenn General Motors die Zahlungen einstellt, wollenb eine Bürgschaft zur Rettung haben. NRW, Hessen und die Bundesregierung wurden gefragt.

Roland Koch kündigt auch direkt medienwirksam an, Opel einen Rettungsschirm zu bieten. Das macht sich ja auch gut. Auch Gerhard Schröder hat sowas schon gemacht (Phillip Holzmann). Und so kann sich der Populist Roland Koch (CDU) als Retter von Arbeitsplätzen darstellen und letztlich (so hofft er) die Wahl in Hessen gewinnen.

Doch wenn man Opel hilft, dann muß man auch anderen Unternehmen helfen. Die Finanznot ist von Opel und GM selber verschuldet und das nicht nur weil diese eine falsche Modell-Politik betrieben haben. Hingegen hat die Nr. 1 der Wohnmobil-Produzenten in Deutschland, die Firma Knaus Tabbert, ebenfalls Finanznot, weil diese keine Überbrückungskredite bekommt. Und Knaus Tabbert ist eigentliche in Unternehmen mit stabilen Zahlen, steigendem Gewinn. Diese überbrücken nur (wie jedes Jahr) mit Krediten den Umsatzschwachen Winter und zahlen im Frühjahr den Kredit zurück (wie jedes Jahr). Und Knaus Tabbert kann Jahr für Jahr immer mehr die Überbrückung aus eigener Tasche bezahlen. Doch die Banken vergeben einfach keine Kredite, so gesichert die Rückzahlung auch sein mag. Also mußte ein gesundes und erfolgreiches Unternehmen die Insolvenz anmelden. 1500 Mitarbeiter zuzüglich die Arbeitsplätze der Zulieferer sind in Gefahr.

Hier hat niemand geholfen, aber bei Opel schon? Da kann die Bundesregierung (welche sich bis Weihnachten entscheiden will) und auch die Bundesländer NRW und Hessen noch so sehr von einen Sonderfall Opel sprechen. Es ist kein Sonderfall. Hingegen ist Opel eine 100% Tochter der Amis (General Motors) und das die Gelder, welche Opel als Hilfe von deutschen Steuerzahlern bekommt, könnten ohne Probleme nach Amerika abfließen, ohne das es jemand verhindern kann.

Natürlich ist es hart, wenn Opel im schlimmsten Fall schließen müßte. Gerade in Bochum, wo im Frühling 2008 tausende von Arbeitsplätze verloren gegangen sind, weil Nokia das Werk geschlossen hat. Und nun ist alleine der Gedankengang, das jetzt auch noch Opel dicht machen könnte, ein grausames Szenario. Doch wenn Opel geholfen wird, müßte man auch andere Unternehmen, die falsch gearbeitet haben, retten. Es ist schon schlimm genug das man die Banken retten mußte.

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Posted in: Politik, Wirtschaft