Nachlese: Kramermarkt in Oldenburg irgendwie lustig

Posted on 06/10/2008 von

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Der Kramermarkt in Norddeutschland ist einer der ältesten Stadtfeste und unglaublich beliebt in der Region. Dieses Jahr gab es den Kramermarkt in Oldenburg genau 401. mal. Am Wochenende hatte ich die Gelegenheit, das zu erleben. Ein Wuppertaler in Oldenburg. Da soll man ja auf den ersten Blick meinen, das dies ja nicht geht. Denkste. 😉

Für Restdeutschland sei mal erklärt das dieses Volksfest im Prinzip eine sehr große Kirmes ist, wo auch in Zelten gefeiert wird. Während am Tag die Familien die Enten angeln gehen, findet man am Abend und in der Nacht die Partymenschen aus der ganzen Region zusammen. Die Dimension ist schwer zu beschreiben. Sagen wir es mal so. Wenn man nur hier oder da eine Kleinigkeit futtert und gemütlich alles sehen will, ist man so ca. 2 Stunden unterwegs.

Auf einem Oktoberfest in Bayern erwartet man bayrische Musik, vollbusige Bedienungen im Dirndl und Partymenschen aller Altersklassen. In Oldenburg bin ich mit dieser Erwartung in die Bayern-Halle gegangen. Diese Halle holt ja immerhin etwas Münchner Oktoberfest zu den Nordlichtern. Bayern und Nordlichter passen nicht zusammen und das ist eigentlich schon lustig genug. Doch hier wurde noch mal kräftig zugelegt. Kleine Asiaten bedienten die Gäste an den Tischen und statt bayrischer Blassmusik, gab es kölsche Karnevalsmusik von einer Band aus dem Frankenland, welche sich an mit dem Bandnamen „Franken Räuber“ sehr stark an eine legendären Kölner Band anlehnten. Statt einer bunten Mischung von Menschen, waren es eher extrem viele Jugendliche, die oft genug wohl kaum über 18 Jahren alt gewesen sein dürften und wenn, dann aber auch nur knapp darüber. Die Stimmung war entsprechen „cool“ und aggressiv. Man könnte den Eindruck haben das die Jugend heute so vor lauter cool sein, einfach vergessen hat, wie man mit lachen und guter Laune feiert.

Also mal schauen was sonst so los ist. Und so landete ich in das „Caesar Dance Hall“. Publikum war in der Zeltdisco schon deutlich älter, aber die Stimmung war insgesamt schon besser. Im kleinsten Zelt der drei, die ich besucht habe, war keine Musik. Im Ammerländer war dafür die Stimmung um einiges besser.

Auch wenn hier beim feiern viel getrunken wird, war es doch auffällig friedlich. Ich hab am Samstag keine Auffälligkeiten festgestellt. Sprich sowas wie eine hohe Gewaltbereitschaft oder der ständige Einsatz von Rettungspersonal, wegen Alkoholleichen hab ich ja fast schon erwartet. Nix davon war irgendwie zu vernehmen. Soviel Alkohol und gleichzeitig so friedlich. Das ist durchaus beeindruckend.

Ab 1 Uhr gab es aber nix mehr zu trinken und der Kramermarkt machte dicht. Schade, aber eine Rettung gab es noch. Die verdammt große „Weser Ems Halle“ ist direkt mit dem Kramermarkt verbunden. Und kaum macht der Kramermarkt dicht, strömen die Massen in die „Weser Ems Halle“. Die „Kramermarkt Party 2008“ war in 4 Hallen verteilt und brechend voll. Live-Musik, Disco und gut gelaunte Menschen. Die Preise waren überschaubar. Beeindruckend.

Gestern wurde der 401. Kramermarkt mit einem Höhenfeuerwerk für dieses Jahr beendet. Was mir wohl sehr stark im Kopf bleiben wird, ist das skurille Erlebnis mit der Bayern-Halle und das die Fischköpfe da oben verdammt gut feiern können.

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Posted in: u.s.w.