741.565.217 Liter BioSprit für 100 Gramm Fleisch

Posted on 11/09/2008 von

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Vegetarier essen kein Fleisch. Das ist eigentlich gegen die Natur des Menschen. Doch wenn man sich mit dem Mensch, der Natur, den Vegetarier auseinandersetzt und dann in Gedanken an BioSprit denkt, kommt man schnell zu einem Schluss. Und zu dem Schluss, zu dem ich gekommen bin, zeigt einen unglaublichen Effekt auf. Doch dazu mehr in diesem Artikel.

Allgemeiner Hintergrund
Jede Lebensform auf dieser Erde ist nicht durch Zufall so geschaffen, wie es eben ist. Jedes Tier ist so entstanden, wie es am besten überleben kann. Das gilt auch für das Fressen. Eine Schlange kann Gift erzeugen um sein Opfer zu toten oder zu betäuben. Es gibt Schlangen, welche den Unterkiefer ausrenken können und so ein ganzes Schaf verschlingen können. Elefanten haben als Werkzeug einen Rüssel und Stoßzähne. Raubkatzen hingegen starke und schnelle Beine und scharfe Zähne. Fische hingegen können Algen aus dem Wasser filtern. Und Kühe haben sieben Mägen um das Gras verdauen zu können.

Auch der Mensch ist letztlich ein Tier. Wir haben scharfe Schneidezähne und spitze Eckzähne um Fleisch schneiden oder reisen zu können. Wir haben Backenzähne, welche dafür gedacht sind Körner und Pflanzen zu zermahlen. Und in der Natur gibt es schlicht keine Zufälle. Und wir sind nicht ohne Grund so ausgerichtet, das wir alles essen können. Wir mussten es früher sogar. Gut, da haben wir noch Jäger und Sammler gespielt. Doch um damals überleben zu können, war es halt eine Notwenigkeit, das wir alles essen können.

Mensch und Tier
Im Gegensatz zu vielen Tierarten, können wir jedoch denken, haben ein moralisches Gewissen. Und wir haben Empfindungen, weshalb es hier in unseren Breitengraden nicht erlaubt ist z.B. Hunde zu essen. Die armen Hunde. Die kleinen süßen Tiere. In Indien ist die Kuh heilig, weshalb diese dort nicht gegessen werden darf. Wir setzen uns quasi Grenzen, die wir nicht überschreiten dürfen oder wollen. Und Vegetarier (Veganer noch schlimmer) sind in der Richtung auch ausgelegt. Oft hört man dann Sätze wie: „Ich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, das ein Lebewesen getötet wird, damit ich was zu Essen habe.“ Tiere denken über sowas nicht nach. Für die ist es zum Überleben wichtig, alles zu essen, was diese auch fressen können. Und in der Natur gibt es keine Zufälle. Jedes Tier hat auch mit dem, was es frisst, eine Aufgabe. Das Gleichgewicht der Natur muss gehalten werden.

Gleichgewicht der Natur?
Natürlich muss man auch sehen das wir Menschen das Gleichgewicht der Natur kräftig aus der Bahn werfen. Wenn wir Kühe züchten um diese zu essen, dann hat das kaum etwas mit dem Gleichgewicht der Natur zu tun. Auch muß man überlegen, wieviel notwendig ist, um ein Stück Rind auf dem Teller zu haben. Ganze 400 Gramm Getreide wird benötigt um 100 Gramm Fleisch zu haben. Heißt also das man nicht nur Platz für die Tiere braucht, sondern auch dafür, das die Tiere gefüttert werden können. Klar, wenn die Menschen deutlich weniger Fleisch essen würden, dann könnte man die angebauten Lebensmittel den an Hunger leidenden Menschen geben, statt diese an Tiere zu verfüttern. Und die seit einem Jahr kräftig steigenden Lebensmittelpreise könnte man auch durchaus eindämmen. Wenn wir Menschen kein Fleisch essen, hätten wir vermutlich sogar genug Anbaufläche um Biosprit anbauen zu können, ohne das man zusätzliche Anbaufläche bräuchte. Jede geschaffene Anbaufläche ist meist auch eine Zerstörung der Natur. Ganze Lebensformen sind wegen Flurbereinigungen, vom aussterben bedroht. Vögel, Kriechtiere, Mäuse, Insekten u.s.w. verlieren ein Zuhause, nur weil wir für Fleisch, Biosprit und pflanzliche Produkte, immer mehr Land in Ackerland umwandeln. Auch das sind Dinge, die man durchaus berücksichtigen muss.

BioSprit statt Fleisch
Doch der Mensch ist von der Natur so geschaffen worden, das er Fleisch essen kann. Und es gibt Eiweiße und andere Inhaltsstoffe, welche der Mensch eigentlich fast nur im Fleisch findet. Also sollte er auch Fleisch essen. Moralische Aspekte sind doch deplatziert. In der Natur heißt es nicht umsonst: „Fressen oder gefressen werden“. Allerdings haben wir alles im Überfluss und leben heute nicht mehr in Höhlen. Wir brauchen keinen Vorrat an Fett im Körper und wir müssen keinen harten Winter ohne Nahrung überstehen. Daher wäre es doch sinnvoller, statt das nur ein paar Menschen kein Fleisch essen, einfach viele Menschen schlicht weniger Fleisch essen. Wenn in Deutschland pro Woche eine Millionen Menschen 100 Gramm weniger Fleisch essen, würde man 400 Tonnen weniger Getreide anbauen müssen. Das sind im Jahr 20800 Tonnen Getreide im Jahr. Das könnte dann z.B. für BioSprit verwendet werden, ohne die Natur durch neue Anbaugebiete zu schädigen.

Und mein Beispiel hat eine Millionen Menschen. In Deutschland leben rund 82 Mio Menschen. 1705600 Tonnen Getreide könnte man im Jahr einsparen, wenn jeder Mensch in Deutschland pro Woche nur 100 Gramm weniger Fleisch essen würde. Für Rapsöl als BioSprit braucht man 2,3 Kilo Raps für 1 Liter Sprit (laut der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.). Das wäre also 741.565.217 Liter BioSprit im Jahr, was man mit der gleichen Anbaufläche herstellen könnte, wenn jeder Mensch in Deutschland nur 100 Gramm weniger Fleisch je Woche essen würde.

Fazit:
Und da komme ich dann an den Punkt, wo ich doch nachdenke. Ich esse gerne Fleisch. Ich liebe Fleisch und oft verzichte ich gerne auf eine Beilage, wenn ich dafür ein dickes fettes Stück Steak auf den Teller bekomme. Allerdings, wenn ich sehe das man theoretisch 741.565.217 Liter BioSprit im Jahr erzeugen kann, wenn jeder in Deutschland pro Woche auf 100 Gramm Fleisch verzichten würde? Wenn man dies auf die ganze Welt hochrechnen würde, wäre das eine unglaubliche Menge. Und alles, ohne das ein Mensch dadurch verhungert. Alles, ohne das die Natur zusätzlich leiden muß. Und alles, ohne das die Rohstoffpreise steigen, weil die Nachfrage nach Lebensmittel höher wäre, als das Angebot.

Nachtrag: Alle Hochrechnungen und Überlegungen basieren auf meine Gedanken und meinem Taschenrechner. Ich bin kein Experte der Landwirtschaft. Das heißt, das meine Zahlen evtl. auch kleine Fehler enthalten. Doch selbst wenn ich mich um 20 Prozent vertan haben sollte (wegen Wissenslücken), wären die Zahlen noch immer beeindruckend. Desweiteren bin ich bei meinen Berechnungen ausgegangen, das die 100 Gramm Fleisch nicht durch andere Nahrungsaufnahme ersetzt werden muß, da wir Menschen eh mehr essen als nötig. Und da fallen ca. 14 Gramm fehlendes Fleisch je Tag nicht ins Gewicht.

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