Die Zukunft: Kinder als Wirtschaftsfaktor

Posted on 03/09/2008 von

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Kinder sind was tolles. Manchmal anstrengend, aber meist bereichern diese auch das Leben der Eltern. Und Kinder machen auch viel Spaß. Heute möchte ich aber nicht auf die emotionale Art kommen, sondern Kinder mal anders betrachten. Politiker aller Klassen, ob Staat, Land oder Stadt lassen sich gerne mit Kindern filmen oder fotografieren, weil es in der Presse gut ankommt, aber was wird für Kinder und Eltern getan. Wenn gespart wird, dann doch meist dort. Egal ob es Bildung ist oder bei Freizeitangeboten. Auch hat man hier und da das Gefühl das die Gesellschaft eher kinderfeindlich ist. Kinder sind eben oft laut und richten gerne mal ein kleines Chaos an. Doch das wird nicht immer gern gesehen. Und Mütter mit Kinder werden in der beruflichen Perspektive oft benachteiligt. Die Aufstiegschancen einer Mutter sind da nur ein Thema. Damit diese Menschen mal kapieren, wie wichtig Kinder sind, muß man über Geld reden. Kinder als Wirtschaftsfaktor betrachten, ist zwar eine harte Nummer, aber sonst kapieren es so manche Menschen einfach nicht. Genau das mache ich jetzt. Der Wirtschaftsfaktor, das Kind:

Was Kinder für Stadt, Land, Staat bedeuten:
Noch bevor das Kind zur Welt kommt, ist es ein wichtiger Faktor für die öffentliche Hand. Die öffentliche Hand verdient schon Geld mit den kommenden Kindern und solange, wie das Kind lebt. Alleine die Ausgaben für ein Kind und das Tag für Tag bedeutet Steuereinnahmen für den Staat. Die klassische Mehrwertsteuer z.B. Da bekommt der Staat alleine je Euro mal eben 0,1596 Euro an Mehrwertsteuer (nein, keine 19 Cent, weil die MwSt anders ausgerechnet werden muß). Mein Onkel hat vor mehr als 10 Jahren an seinem Kind ausgerechnet, das er gut eine Millionen D-Mark über 18 Jahre verteilt, ausgeben mußte, bis sein Kind aus dem Haus war. Wenn man die Preissteigerungen u.s.w. berücksichtigt, kann man heute schon fast auf eine Millionen Euro kommen. Berücksichtigt man die Mehrwertsteuer und andere Dinge wie Genußsteuer und Sprit (zum Arzt fahren u.s.w.), kann der Betrag für den Staat mal eben locker über 160.000 Euro alleine in den ersten 18 Jahren bedeuten. Was in Wirklichkeit jedoch noch locker mehr sein dürfte. Man darf auch nicht vergessen, das ein Kind irgendwann erwachsen ist und im Regelfall locker bis zu 70 Jahre alt werden kann, oder älter. Was ein Mensch im Leben an Steuern zahlt, ist sehr viel. Geld, was die öffentliche Hand dringend braucht. Dagegen wirkt das Kindergeld, was der Staat zahlt, sehr klein. Doch der Umsatz mit dem Kind kann für den Staat langfristig noch viel mehr bedeuten. Würde man richtig viel Geld in Bildung investieren, besteht die Chance, das dieses Kind als Erwachsener einen hoch qualifizierten Job hat und nicht nur gut verdient, sondern auch ordentlich Lohn- bzw. Einkommenssteuer zahlt. Gott, was die da verdienen. Und statt in Kinder zu investieren, wird gespart.

Wirtschaftsfaktor Kind: Unternehmen verdienen fleißig
Mit Kindern verdient nicht nur der Staat kräftig. Auch Unternehmen verdienen viel. Ob es nun die Gastronomie ist, oder der Pampers-Hersteller oder die Kleidungsindustrie. Alle Bereiche des privaten Konsums, machen richtig Geld mit Kindern. Und die Kinder haben richtig Kohle, weil diese locken das Geld der Eltern und Verwandten aus der Tasche um z.B. Spielzeug zu bekommen. Doch Spielzeug ist nur der zusätzliche Bonus. Daher denke ich, das die Händler und auch die Konsumgüter Industrie ein großes Interesse haben sollten, sich und ihr Umfeld kinderfreundlich zu machen. Wenn schon nicht aus der sozialen Verantwortung heraus, dann wenigstens aus wirtschaftlicher Sicht. Auch langfristig betrachtet. Jedes Kind wird ja auch mal erwachsen….. Und wer als Kind mal „Ahoi-Brause“ gegessen hat, wird daran noch heute nostalgisch daran denken und es vielleicht heute für sich oder seinen eigenen Kindern kaufen. Aber auch das ist nur ein Nebenaspekt.

Die Gesellschaft:
Die Renten sind nur sicher, wenn Kinder nachkommen und irgendwann arbeiten gehen. Wer heute so ab 49 Jahre alt ist, wird mit 67 Jahren davon profitieren, obwohl er selber vielleicht kein Kind gezeugt hat. Doch das Kinder Arbeitsplätze sichern, später im Job die Renten der Renter bezahlen und auch den Staat am laufen halten, ist kaum bewusst. Man denkt nur: „Gott, müssen die Kinder einen solchen Lärm machen?“ Je weniger Kinder auf die Welt kommen, desto mehr muß überall gespart werden und das bekommen die Renter und auch die kranken Menschen (wegen der Krankenkassen u.s.w.) als erstes zu spüren. Das mal so als kleiner Denkansatz.

Kinder sind Standortsicherung:
Unternehmen brauchen Mitarbeiter. Und Unternehmen gehen dahin, wo entweder hoch gebildetes Personal zu finden ist, oder wo diese billig zu haben sind. Deutschland ist bei den Mitarbeiter-Kosten nicht billig. Wir haben aber wertvolles Kapital: Wissen. Ein Unternehmen, was also am Standort Deutschland bleiben soll, muß mit hochgebildeten Menschen gelockt werden. Damit es so kommt, sind nicht nur die Eltern in der Pflicht. Alleine können die Eltern das nicht immer schaffen. Auch Unternehmen und die öffentliche Hand müssen aktiv helfen. Nur so kann der Standort Deutschland langfristig gesichert werden. Fehler die man heute macht, rächen sich nicht sofort, aber in 10, 15 oder 20 Jahren kommt der Boomerang zurück.

Fazit: Eigentlich empfinde ich es als grausam, ein Kind nur als Wirtschaftsfaktor zu betrachten. Allerdings muß man feststellen das wir eher ein kinderfeindliches Land sind, was dazu führt das wir eine abnehmende Gesellschaft sind. Es kommen einfach zuwenig Kinder auf die Welt. Und Familien ab 2-3 Kinder gelten ja fälschlicherweise schon als Asozial. Vielleicht muß man wirklich über das Argument Wirtschaftsfaktor gehen, damit einige in der egoistischen Gesellschaft begreifen, warum es gut ist, das wir Kinder haben.

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Posted in: Politik, Wirtschaft