Musiker leiden besonders unter der Krise

Posted on 27/08/2008 von

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Das Problem der jungen Musiker ist nicht immer sofort zu verstehen. Daher muß man sich mit den Eigenarten der Musikindustrie auseinandersetzen. Das mache ich hier ausführlich. Dazu das Problem der Musiker und dann möchte ich auf Möglichkeiten aufmerksam machen, wie die Musiker aus eigener Kraft einen Namen machen könnten.

Zur Industrie:
Die Musikindustrie ist, wie der Name schon sagt, eine Industrie, welche kommerzielle Ziele verfolgt. Soll heißen, es geht darum, kräftige Gewinne zu erzielen. Dafür müssen die Einnahmen natürlich höher sein als die Ausgaben. Das sind die bekannten Gesetze der Marktwirtschaft. Früher konnte es sich die Musikindustrie leisten, viele Musiker aufzubauen. Zwar war 90 % der geförderten Musiker, letztlich flops, aber die 10% der erfolgreichen sorgten für genug Geld in den kassen der Industrie, das es sich für diese letztlich lohnte.

Heute sieht es vollkommen anders aus. Die Musikindustrie fördert kaum noch junge Talente. Dadurch das sich die Menschen über andere Wege die Musik meist illegal und kostenlos besorgen, sinken die Einnahmen der Industrie ständig. Jahr für Jahr wird in Deutschland ein Rückgang im Umsatz vermeldet. Für letztes Jahr waren es „nur“ 3%. Das kleine Minus wird schon fast wie ein Erfolg gefeiert, weil die ganzen Jahre zuvor das Minus deutlich höher war.

Wenn man immer weniger Umsatz macht, kann man entweder in die Offensive gehen und neue Geschäftsfelder beackern oder man spart ein. Einsparungen werden in fast jeder Industrie bevorzugt gemacht. Damit erhöht man zwar nicht den Erfolg, aber man hält auf einfache Art die Verluste gering oder kann sogar Gewinne machen.

Auch die Musikindustrie bringt kaum neue und brauchbare Ideen, wie man den Umsatz wieder steigern kann. Diese begreifen erst langsam, das man neue Wege gehen muß und neue Chancen eines veränderten Marktes nutzen sollte. Man sieht es hier in Deutschland z.B. an Bertelsmann. Bertelsmann und Sony haben beide jeweils in etwa die Hälfte das Musikriesen SonyBMG. Da Bertelsmann jede Hoffnung verloren hat, jemals wieder Geld mit der Musik zu verdienen, haben diese kurzerhand ihren gesamten Anteil an Sony verkauft.

Das es allerdings auch Chancen gibt, in der Musikindustrie mit neuen Produkten und neuen Ideen etwas verdienen zu können, merkt man an Sony. Die haben sich sehr darüber gefreut, das diese die Anteile von Bertelsmann kaufen können. Nicht nur, weil der Kaufpreis schon fast ein Schnäppchen war. Nein, nun kann Sony richtig loslegen und ihre Ideen umsetzen und rechnen damit, schon bald wieder dicke Umsätze zu machen.

Das Problem der jungen Künstler:
Da die Musikindustrie am einfachsten durch sparen die Gewinne halbwegs sicher können oder die Verluste zumindest klein halten, wird dies natürlich auch getan. Dadurch entsteht das Problem, das kaum noch gute Talente gefördert werden. Ein Mitarbeiter von Universal hat mir unter vorgehaltener Hand gesagt, das die Förderung von jungen Talenten im Vergleich zu früher, fast schon wie eine Null aussieht. Es wird also sehr wenig getan um Geld zu sparen. Lieber werden alte und immer erfolgreiche Künstler wieder aus der Versenkung geholt. Das sieht man an Beispielen wie das Comeback von „Take That“, „Backstreet Boys“, „New Kids On the Block“, „Spice Girls“ und einige andere. Auch die Rolling Stones, welche schon längst in der Gruft liegen müssten, wandeln noch von Bühne zu Bühne. Auf dem ersten Blick sieht dies ja sehr verständlich aus. Man setzt auf alt bewährte Ware, die man nicht erst lange fördern muß. So spart man geld und kann sofort Geld verdienen.

Doch die jungen Talente, wo sicher genug dabei ist, was das Zeug für den Mainstream hat, gehen quasi unentdeckt unter. Glückstreffer wie „Tokio Hotel“, welche von heute auf morgen so erfolgreich sind, das in den 3-4 Jahren, wo die nun aktiv sind, mehr als 4 Mio Platten verkauft wurden, zeigen sehr deutlich, das man auch Erfolgsgeschichten produzieren kann. Doch selbst „Tokio Hotel“ hatte nur eine Chance, weil die im Hintergrund Menschen hatten, welche sehr gute Kontakte hatten, welche diesen Jungs eine Chance gegeben haben.

Wie könnten unbekannte Talente entdeckt werden?
Das Internet macht es möglich. Bands und SängerInnen nutzen natürlich gerne das Internet um sich bekannter zu machen. Da werden eigene Videos in YouTube eingestellt. Da wird fleißig in eigener Sache bei MySpace geworben und überall knüpfen die Künstler über soziale Netzwerke im Web 2.0 Kontakte zu Leuten, die man gerne als Fans gewinnen möchte. Diese Selbstvermarktung ist eine Chance. Meist fehlt jedoch ein Filter. Die Masse an Musikern, die sich in den Netzwerken rumtreiben. Die Masse an Videos von Möchtegern-Karaoke-Sängern, Singstar-Trallala und Flut an schlechten Selbstdarstellern macht es schlicht schwer, mit wirklich guter Popmusik aufzufallen. Da ist es schon seltsam das ein Tralala-Fan Video wie „Kleiner Hai“ einen Plattenvertrag bekommt, aber ein realistisch guter Musiker frustriert am PC sitzt und das Gefühl hat: „Keiner will mich haben.“

Ich selber wundere mich allerdings auch. Die Bereitschaft von „jungen Musikern“, ihre Songs z.B. an mich zu schicken, wo ich meinen Blog gerne als Plattform zur Verfügung stelle, diese bekannter zu machen, wird auch kaum angenommen. (Siehe Aktion hier) Wer entdeckt werden will, sollte besonders bei den Bloggern herangehen. Warum eigentlich nicht? Man schickt die Musik als MP3-Datei an gute Blogs, welche schon eine Leserschaft haben. Diese setzen einen Player in den Blog und stellen die Band entsprechend vor. Viele Blogs werden nicht nur sehr gut über Suchmaschinen gefunden. Viele Blogs haben auch treue Leser, welche den Bloggern vertrauen und gerne deren Musikvorschläge hören. Und Musik interessiert heute jeden, genauso wie früher. Nur heute verdient man das Geld mit Live-Auftritten und weniger mit CD´s. Also könnten die jungen Talente ohne Plattenvertrag, ihre Musik einfach der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung stellen und Termine für geplante Konzerte veröffentlichen. Klar, es wird nicht gleich die „Arena auf Schalke“ sein. Doch am Anfang ein Konzert in der Garage mit 20 Zuhörern ist ein Anfang und je mehr Blogger von den Musikern erzählen umso größer wird die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Die Konzerte werden größer, die Fangemeinde wächst und irgendwann reagiert die Musikindustrie und bietet einen Vertrag an. Da ist auch der Punkt. Die Industrie will möglichst wenig im Aufbau einer band investieren. Also muß der Künstler sich selber nach oben bringen, zumindest soweit, bis die Industrie und ihre Talent-Scouts reagieren. Das minimiert das Risiko der Industrie und ermöglicht dem Künstler die Chance, doch noch den großen Erfolg schnuppern zu können.

Fazit:
Die unentdeckten Talente und Bands müssen selber für den Erfolg sorgen. Mal von der eigenen Produktion der Musik als MP3, entstehen kaum noch Kosten. Es ist nur sehr aufwendig in der Zeit, die sozialen Netzwerke zu füttern. Und erfolgreiche Blogger zu finden, welche auch bereit sind, die Musiker zu unterstützen, wollen auch erstmal gefunden werden. Doch so wie die BlogPakete immer wieder kleine Erfolge bringen, könnten auch zugesandte MP3-Songs für Aufmerksamkeit sorgen.

Was ich mache?
Nun, ich alleine werde kein Talent zum großen Ruhm verhelfen können. Allerdings biete ich auch Möglichkeiten, wie Bands sich vorstellen können. Wenn ich mit meinen Blogs einen kleinen Grundstein legen kann, wodurch andere Blogs auf die Musiker aufmerksam werden und ebenfalls berichten, kann schon etwas erreicht werden. So fördere ich gerne Bands, sofern diese sich bei mir melden und nach meiner Einschätzung auch wirklich was auf den Kasten haben. Mit einem MP3-Titel stelle ich diese z.B. unter „Neue Musiker“ vor. Auch meine Videoplattform Videozeiger.de, welche sehr viel Musik von erfolgreichen Musikern hat, ist ein gutes Umfeld, um neue Talenten eine Plattform zu bieten. Vorausgesetzt ein einfaches Video der Band ist Online erreichbar. Einzig, was man machen muß, wäre eine Mail zu schicken an info@moehblog.de

Und was könnt Ihr machen?
Jeder Blog und jedes Mitglied im Web 2.0 (also in sozialen Netzwerken) könnte gute Talente vorstellen. Jeder Mensch, der Musik liebt, kann diese heute fördern. Freunden die Bands, die man findet, vorstellen. Die MP3-Titel an Freunde und Bekannte verschicken. DJ´s von Discotheken können passende Musik in der Disco einbinden und per Micro den Titel und den Namen der Gruppe nennen. Video-Stars wie Rob Vegas können die Bands in ihrer Show vorstellen (was er ja mit Olivera auch getan hat). Es gibt viele Möglichkeiten. Warum nicht? Letztlich, wenn man selber die Musiker fördert, die man mag, hat man auch selber etwas davon. Was? Die Musiker machen auch weiter das, was sie gut können. Sie spielen immer wieder neue Musik für ihre Fans.

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