Eine Fahrt durch die Nacht – Teil 5

Posted on 05/08/2008 von

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Hier die Fortsetzung der kleinen fiktiven Serie. (Teil 4 klick hier) Wann komme ich nur endlich auf die Autobahn rauf. Kann doch nicht sein das so viele LKW´s unterwegs sind, oder müssen wieder die Massen an Hanf von Holland über Deutschland in die ganze Welt geschafft werden? Wenn dem so ist, transportierten diese scheinbar ganze Gewächshäuser mit Regenanlage und Dach. Endlich komme ich auf die rechte Autobahnspur. Nun muss ich nur noch auf die Überholspur und ab. Verdammt…. Ich komme mir vor, als wäre ich aus dem Kinofilm „Bandit“ mit Burt Reynolds.

Während ich zwischen zwei übergroßen LKW´s hänge, schiebt sich auf der Überholspur ein LKW nach vorne. Und nun sitze ich fest, Kein Blick mehr möglich. Ich bin eingeschlossen. So wie in dem Film mit Bandit, wo sich dieser auch zwischen zwei LKW´s gesetzt hat und ein dritter den Wagen quasi mit dem vorfahren auf der Überholspur, den Bandit Trans-Am versteckt hat, so das der Sheriff ihn nicht entdeckt.

Dieses Ampelmännchen von Polizist hätte mich so nicht entdeckt und hätte sich für die Beleidigungen gegen seine Frau, nicht rächen können. Das ist doch der Unterschied zwischen Film und Realität. Im Film passieren viele schlimme und schöne Dinge, die es durchaus auch in der Realität gibt. Allerdings hat der Held im Film immer im letzten Moment noch Glück. Die Bombe wird im Film noch eine Sekunde vor der Explosion entschärft. In der Realität macht es booom und es gibt ein Bombenspezialist weniger. Eigentlich ein Job mit Zukunft. Ständig werden Arbeitsplätze frei und bevor die Spezialisten die Allgemeinheit mit Rentenansprüche belästigen, sind diese auch schon beseitigt. Ein perfektes System.

Auch eine tolle Idee, wenn man einen Mann los werden will. „Schatz, in der Zeitung wird eine Stelle angeboten, wo Du viel Geld verdienen kannst.“ 9 Monate später Booom und weg. Der Nächste bitte….

Klasse, nun komme ich hier nicht mehr weg und mein Wagen steht. Ein Stau. Genau in dem Moment wo ich im Stau stehe, kommt jetzt im Radio die Meldung das diese Autobahn großräumig umfahren werden soll, weil ein Großeinsatz getätigt wird. Die Staumelder kann man voll vergessen. Was bringt es mir, ständig zu erfahren, was ich schon weiß? Warum meldet man nicht einen Stau, der in Zukunft kommt. Oder muß man dafür wirklich jedesmal die Kartenleger von AstroTV anrufen. Ich sehe das Gespräch schon vor mir. Das erste Beratungsgespräch ist gratis. Man ruft an: „Hallo, ich bin der Mike und ich möchte wissen, ob mich in der Zukunft ein Stau erwartet?“ Eine schrullige alte Frau, die irgendwo in den 70er Jahren schon wie eine 90 jährige Hippie-Tante ausgesehen haben muß, antwortet mit langsamer verkifften Stimme: „Ja, ich kann sie verstehen. Das Problem mit dem Stau ist natürlich sehr schrecklich….. Ihre Ängste müssen unglaublich sein…… Ich versichere Ihnen leider, das sie noch viele Staus erleben werden….. Das ist aber ein gutes Zeichen, weil sie wissen, das sie noch lange leben werden.“ Das wird dann wohl die Antwort sein. Und eine weitere Frage, um mal konkret zu erfahren, wann und wo mich ein Stau trifft und ob ich diesen umfahren kann, kostet mich dann 49 Euro in der Sekunde. Die verdienen sich daran dämlich, wenn die so langsam und verkifft reden. Man muß sich das mal vorstellen. Die Kriminalität in der Drogenbeschaffung hat Einzug im Fernsehen gefunden. Wie sonst kann man Sender wie Tier.tv, Bahn TV oder gar Astro TV erklären?

Selbst große Privatsender machen mit. Mark Medlock ist doch das beste Beispiel. Er hat kein Geld mehr und fängt an zu singen. Sein Zuhälter, Entschuldigung, natürlich Produzent, Dieter Bohlen bringt ein Mix aus Modern Talking. Und Mark singt diese Lieder. Quält die Menschen damit und macht diese benebelt. Da sind bestimmt geheime und unterschwellige Botschaften in den Songs, anders kann man diese guten Verkaufzahlen der Platten nicht erklären. Und was Mark mit dem Geld aus der Musik macht? Eben, er ist in einem verdrecktem Klo und zieht sich am Brillenrand eine Linie Koks in die Nase. Das Bild, was ich gesehen habe, hatte dunkle Flecken, als wenn neben der Scheiße, die Mark da macht, noch mehr Mist zu sehen wäre.

Die LKW´s hupen. Ich komme kaum voran. Warum kann es nicht bergab gehen? Ich meine, bei einem Stau müsste es bergab gehen. Das schon den Motor, welchen ich aus lassen kann. Einfach rollen lassen. Wenn die Politik schon ganz fett den Klimaschutz ausruft, dann sollte diese doch dafür sorgen das jeder Stau auch nur bergab geht. Da würde man viel Benzin und Diesel sparen. Ressourcen werden geschont, das Klima geschützt und die Fahrer werden nicht mit Lärm und Gestank belästigt. Aber nein, die Politik kümmert sich lieber darum ob man die EU-Vorschrift über den Krümmungsgrad der Gurke abgeschafft werden soll, oder nicht. Da diskutieren die Regierungsparteien über Gurken und die Koalition ist schon gefährdet. Nur mir hilft keiner bei meinem Stau-Problem.

Stau entsteht doch meistens nur wegen Gaffern. Warum geht man nicht her und sorgt für einen DVB-T Sender, welchen man im Auto empfangen kann. Kleine Fernseher gibt es doch schon. Statt „Bibel TV“ könnte man dann „Stau TV“ senden. Es wird allen gezeigt, was am Unfallort passiert ist. Alle Details. Blut, ganz wichtig oder noch besser, einzelne Beine und wie man mit der Flex die Autotüren öffnet. Der Sender würde sich wunderbar über Werbung finanzieren lassen. Mc Donald wäre ideal. Slogan „Eben noch am Unfallort, jetzt zwischen Ihren Brötchenhälften. Mc Donald, ich liebe es“. Burger King wäre auch ideal der Übergang zwischen einem Großbrand und dem Feuergrill der Burger Kind Werbung würde niemand merken. Und Fleisch ist halt Fleisch, was gebraten wird. Und wenn gerade ein heißes Modell verbrennt, könnte Burger King sogar werben mit „extra scharf“. Warum eigentlich nicht? Man könnte auch in Sachen Trauerarbeit eine tolle Hilfe leisten. Eine Werbung direkt nachdem eine Leiche in der Blechkiste abtransportiert wurde: „War das ein Bekannter von Ihnen? Schicken Sie Ihre Beleidsbekundung per SMS an uns und wir zeigen diese noch heute auf diesem Sender.“ So wird Stau TV auch noch interaktiv. Blöd nur, wenn die Polizei sieht, wie man ein Handy in der Hand hat.

So, nun sehe ich auch was am Unfallort passiert ist. Ich stehe quasi davor. Was ein Unfall. Da stehen städtische Fahrzeuge und machen Gärtnerarbeiten an Bäumen. Das war kein Unfall, es wurden nur zwei der drei Spuren gesperrt. Sind wir hier bei „Schöner wohnen“? Die sperren zwei Spuren, als wenn die „dicke in vier Wänden“ plötzlich hier auftauchen würde und die Autobahn mit IKEA-Ramsch verschönern möchte.

Endlich wieder freie fahrt. Die LKW´s scheinen weniger geworden zu sein. Und nun ein Knall. AN mir rast plötzlich ein Ufo vorbei. Ein Irrer? Ne, ein Auto mit blauer Straßenbeleuchtung unterm Auto. Sieht aus wie ein Ufo. Wir sind tief in der Nacht und ich hab doch eigentlich nur noch einen kurzen Weg nach Hause. Mein Handy klingelt.

„Ja, was ist?“
„Hier ist der Polizist von eben, der ihnen die Papiere gebracht hat.“
„Ja und?“
„Wir sind hinter ihnen. Sie telefonieren während der Autofahrt. Fahren sie bitte Rechts ran.“

Fortsetzung folgt

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