Eine Fahrt durch die Nacht – Teil 4

Posted on 02/08/2008 von

2


Fortsetzung zum 3.Teil (Teil 3 hier). Kurze Anmerkung vorab: Danke an alle, die schon auf die Fortsetzung gewartet haben und es mir sogar gesagt haben. Nun geht es weiter. Fiktive Geschichte

Ich fahre also auf den Standstreifen und die Polizei direkt hinter mir. Was hab ich nur getan? Hat der Polizist vielleicht gesehen wie ich die Einwegkamera in der Hand hatte und hat es für ein Handy gehalten? Ich meine, möglich wäre es, zumal ich gleichzeitig laut gesungen habe. Aber in der Nacht ist es ja dunkel. Was könnte der Polizist nur wollen? War ich wieder zu schnell unterwegs und habe nun die zweite Knolle in nur 2 Stunden? Hab ich die Spur nicht gehalten und er denkt, ich hätte was getrunken? Und überhaupt, da hat ein Paar im Auto während der gesamten Fahrt Licht im Auto an. Machen Sex und fahren auf der Straße so kurvenreich wie die Brüste der Frau. Und alles, während der Mann fährt. Warum werde also ich angehalten? Moment! Was ist mit meinen Rücklichtern. Die hab ich ja ewig nicht kontrolliert.

„Guten Abend. Bitte Ihre Fahrzeugpapiere, Führerschein und Personalausweis.“, sagt ein Polizist mit einem dämlichen Grinsen im Gesicht. Muss das ein glücklicher Mensch sein, nur weil er in seiner hässlich grünen Uniform so tun kann, als wenn er der Boss ist. Nur weil er andere Menschen schikanieren kann, geht es ihm gut. Na bestens. Aber was rege ich mich über Aushilfe-Ampelmännchen auf? Wo sind eigentlich meine Papiere?

„Ja, einen Moment bitte. Geht es Ihnen heute gut?“, sag ich noch mit einem argwöhnischen Unterton und suche meine Brieftasche und meine Geldbörse. Langsam werde ich wahnsinnig. Wo ist das alles nur hin? Also Taktig. Ich muss ihn hinhalten, damit ich die Unterlagen finde, bevor er nervös wird und mir noch mehr Ärger macht. „Schöner Anzug. Ist der Neu?“, frag ich ihn scherzhaft. Er meinte so: „Naja, grün kommt halt wieder in Mode. So wie schwarz. Manchmal kann man sich aber auch grün und schwarz ärgern, wenn man die Unterlagen nicht findet, oder?“

Ich gucke ihn an und denke so „Klugscheißer“ und denke so an ein Hinterteil. „Sie sind ein A….. also ein absolut hart arbeitender Mann. So um diese Uhrzeit. Was sagt Ihre Frau dazu?“, meine ich so. „Ihr ist es egal, sie arbeitet auch gerade,“ Klar, Mann ist Polizist und Zuhälter. Was kann schon eine Frau um diese Zeit arbeiten? Es ist mitten in der Nacht. Ok, ich bin ungerecht, aber ich reg mich auch gerade auf. Irgendwie geht der Gedanke nicht aus meinem Kopf. Was könnte diese Frau arbeiten? Ich frag mal besser nicht, sonst erzählt er mir noch seine Lebensgeschichte. Zudem hört dieses dämliche grinsen nicht auf.

Plötzlich sehe ich meine Papiere, meine Geldbörse und Brieftasche. Wieso hält mir der Polizist diese ins Gesicht und woher hat er diese eigentlich? „Da staunen sie, oder? Ich hab sie am Rastplatz an der Tankstelle gesehen und sie waren so aufgeregt, das sie diese wohl vergessen haben.“, so erklärt er es mir. „Oh, danke. Nett das sie diese gefunden haben.“, sag ich etwas peinlich berührt. „Warum waren Sie so aufgeregt?“ will er von mir wissen. Mist, was soll ich darauf antworten? Das ich ein Paar beim Sex nachstellen wollte? Kann ich nicht sagen. „Ach wissen sie, dieser Frass in der Raststätte von der dicken alten Kuh hat mich in Wut gebracht.“ Stimmt ja auch. Ich hab nicht gelogen.

„Kein Problem. Da sie ohne Fahrzeugpapiere und Führerschein gefahren sind, hier ein Bußgeld, aber das ist ja kein Problem für sie, oder?“, sagt der Polizist und holt noch ein Papier raus und sagt dann weiter „Ach, ich zeig Ihnen mal das Foto von meiner Frau. Die ist richtig süß und lieb.“ Er hält es mir vor Augen. Mir gefriert das ganze Blut. Eine Gänsehaut bekomme ich dazu und das ist ein Moment im Leben, den ich nie vergessen werde. Das Foto zeigt dicke alte Kuh von der Raststätte.

Da wollte sich der Polizist bei mir rächen. Der wird wohl vorab erfahren haben, das ich seiner Frau zugesetzt habe. Sieht noch das ich die Papiere vergesse und will noch eiskalte Rache in dieser Nacht nehmen. So ein Arschloch. Das ist ja schlimmer als jeder Hells Angel, der mir über den Weg gelaufen ist. Selbst Saddam Hussein ist dagegen noch ein Menschenfreund. Während sich der Polizist verabschiedet und mir einen schönen Tag wünscht, sitze ich völlig regungslos da. Nur meine Hand fällt runter auf den Beifahrersitz. Es blitzt. Die Einwegkamera, die in meine Richtung zeigt. Der schönste Moment im Leben meines Kindes sollte damit geknipst werden. Doch scheinbar hat auch die Kamera an der Geschichte Spaß gefunden. Ich packe alles weg und will weiterfahren.

Irgendwie komme ich mir plötzlich vor wie im Film „Convoy“ aus dem Jahr 1978 mit Kris Kristofferson als Martin „Rubber Duck“ Penwald. Soviele LKW´s auf der Autobahn. Hat man diese etwa auf dem Rastplatz geweckt? Verdammt, wie komme ich nun vom Standstreifen? Wann werde ich endlich zu Hause sein?

Fortsetzun? Klick hier

Advertisements
Verschlagwortet:
Posted in: u.s.w.