Eine Fahrt durch die Nacht – Teil 2

Posted on 25/07/2008 von

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Das ist die Fortsetzung zu Teil 1 der fiktiven Geschichte „Eine Fahrt durch die Nacht“. (Teil 1 klick hier) Jetzt fahre ich auf den Rastplatz. Man, wieviele LKW´s hier stehen zum übernachten. Also Trucker-Leben in einer kleinen Zelle. Waschen auf dem öffentlichem Klo. Wenn das Trucker-Romantik ist, dann weiß ich es nicht. Da könnte ich sogar das Liebesleben im LKW verstehen, im Gegensatz zum Oralverkehr von diesem komischen Autofahrer. Ehrlich. Irgendwer hat mir mal erklärt was eine Fernfahrer-Muschi ist. Das ist eine Thermoskanne gefüllt mit Mett. Pfui. Da gefällt mir der Witz mit dem Bio-Kondom besser. Ein Bio-Kondom ist ein platt geklopfter Gummibär (z.B. von Haribo), welchen man sich über sein Ding zieht. Etwas Spaß hat und anschließend auffuttert. Teddybär 1 4 oder Truck Stop sind was anders, als die Realität.

Ach futtern, vor lauter Flausen und seltsamen Gedanken, hab ich doch glatt vergessen, in die Raststätte zu gehen. Ein Vorteil dieser Teile ist ja, das diese rund um die Uhr noch warmes Essen anbieten. Optisch sieht das alles eher aus als wenn man in einer Bundeswehr-Kantine von vor 30 Jahren wäre. Und dann die Preise. Die sind so hoch als wenn ich hier ein 4-Sterne Essen bekommen würde. Pommes und paniertes Schnitzel soll es sein. Kommt auch relativ schnell. Bei den Preisen, muss das aber wirklich köstlich sein. Die Service-Kräfte haben irgendwie auch einen Bundeswehrton an sich. Freundlichkeit vom Schaumlöffel gegessen, wa? Naja, passt zum Erscheinungsbild. Eine Frau sieht so dick aus, als wenn diese täglich alle Reste aufessen würde. Und verdreckt und stinken tut sie auch noch. Naja, ich will die ja nicht heiraten. Also was soll´s.

Ich setze mich an einen Tisch. Einen sauberen Tisch zu finden ist schon eine Herausforderung. Klar, fast alles leer, aber verdreckt. Da kommt man sich wie „Reise nach Jerusalem“ vor. 20 Gäste und ein sauberer Tisch. Sobald man bezahlt hat, geht der Wettlauf los. Oder Ostereier suchen nur eben anders….

Wer noch eine Oma hat, kennt diese Einmach-Gummis, welche man zwischen Glas und Deckel legt, wenn man z.B. Birnen einkochen möchte. Irgendwer hat dies scheinbar paniert und verkauft es als Schnitzel. Die Pommes sind so weich, als wenn diese kurz davor wären, zu Kartoffelbrei zu zerfallen. Was eine Zumutung. Reklamation? Unmöglich, die dicke Servicekraft wirkt auf mich wie ein General. Als ehemaliger Soldat hab ich viel zuviel Respekt.

Einfach mal die Zeit anhalten, das dachte ich mir noch so, als ich im Auto saß. Einfach jetzt Rast machen und die Zeit anhalten. Eigentlich will man doch die Zeit anhalten, wenn es am schönsten ist. Doch irgendwie fühle ich mich hier nicht wohl. Die Zeit bleibt auch fast stehen. Es braucht wirklich Zeit, die Überwindung zu erreichen, das Zeug zu essen. Ich spiele mit dem Gedanken, jetzt soviel Theater zu machen, das die Bullen kommen. Ja, die sollen mich direkt mitnehmen und in den Knast stecken. Da gibt es bestimmt besseres zu essen. Der Hunger treibt es rein und irgendwie….

Genau, meine Tasse Kaffee soll den Geschmack im Mund aufbessern. Ich trinke und könnte spucken. Klar, Kaffee ist zwar zu Schnitzel eh nicht ideal, aber Cola hält mich nicht wach. Doch der Kaffee schmeckt, als wenn es richtig Schweißarbeit wäre, diesen Kaffee zu kochen. Sprich, als wenn alle Socken der Servicekräfte kräftig ausgedrückt wurden, damit die Flüssigkeit inklusive passender Farbe, als Kaffee verkauft werden kann.

Ich lasse alles stehen, hole mir ein Snickers XXL und gehe zum Wagen. Ich schätze mal, das Auto mit dem Liebesspiel ist bereits an mir vorbei. Ich hole mir dann doch noch eine Einwegkamera. Ich brauche Beweise. Das würde mir niemand glauben, was ich da gesehen habe, wenn ich keine Bilder vorlege. Und damit starte ich eine Verfolgungsjagd.

Fortsetzung? Klick hier.

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Posted in: u.s.w.