Eine Fahrt durch die Nacht

Posted on 24/07/2008 von

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Fiktive Geschichte!!! Es ist dunkel. Es ist Nacht und nach 0 Uhr. Regen kommt vom Himmel und irgendwie ist niemand außer mir auf der Autobahn. Im Radio läuft „Forever Young“. Ich bin alleine. Ich bin irgendwie müde. Der lange Termin beim Kunden hat mich geschafft. Nun bin ich schon drei Stunden auf der Autobahn und wenn ich Glück habe, werde ich wohl in 2 Stunden angekommen sein.

„Forever Young“ ist ein toller Song und so denke ich, ob es wirklich schön ist, für immer jung zu sein. Eigentlich kommt es immer darauf an, ob man mit seinen jungen Jahren auch schöne Zeiten verbindet. Erfolg in Liebe und Beruf spielt das eine wesentliche Rolle. Blickt man auf die Zeit zurück, wo man noch jung war, ist der Blick doch meist verklärt. Oft genug erinnert man sich doch noch gerne an schöne Zeiten und alles was schlecht war, hat man irgendwie verdrängt. Und Probleme von Damals wirken dann doch eher klein.

Warum fährt eigentlich der Mensch da vor mir nur 80? Ich ziehe daran vorbei mit locker 120 und es blitzt. Na Klasse, nun weiß ich auch, warum er 80 gefahren ist. Die Wegelagerer machen selbst bei leerer Autobahn nicht halt und kassieren die Autofahrer, die nur nach Hause wollen, kräftig ab. Na wieder was für mein drittes Album „Erwischt“. Wenn ich meinen Freunden zeigen will, wo ich schon überall war, brauch ich nur meine drei Alben rausholen. Oder ich mache daraus eine Internetseite. Die schönsten Blitzer-Fotos. Web 2.0 ist doch heute total In. Ja, früher war es noch nicht so schlimm. Und ich merke, wie ich in Gedanken versunken bin und selbst ein 80-Schild übersehen habe.

Wieder zu schnell unterwegs. Irgendwie muß heute alles so schnell gehen. Ist jung bleiben nicht auch ein Ausdruck dafür, die Zeit genau da anhalten zu können, wo es am schönsten ist? Warum nicht die Zeit anhalten, als man mit einer wunderschönen Frau in totaler Liebe getanzt hat und auch der Rest vom Abend so war, als wenn man auf Wolken fliegen würde. Einfach genau hier die Zeit anhalten.

Heute muß doch alles schnell gehen. Wenn eine Mail oder ein Anruf per Handy nicht umgehend behandelt wird, kann es schon nach zwei Stunden heißen: „Tut uns leid, aber sie waren zu spät.“ Früher gab es nicht soviel Hektik. Man musste auf Post warten. Und man war nur erreichbar, wenn man in der Nähe von einem Festnetzanschluss war. Nicht erreichbar sein ist heute ein Luxus geworden. Einfach nicht erreichbar sein ist doch als wenn man die Zeit anhalten würde. Auf einer Wiese liegen, die Wolken beobachten und einfach nicht erreichbar sein.

Ich zünde mir eine Zigarette an. Ein Wunder das Rauchen im Auto nicht schon verboten wurde. Ich meine, überall wird mir doch inzwischen vorgeschrieben, das ich nicht rauchen darf. Irgendwie bin ich gerade zu pauschal und ungerecht. Aber mal ehrlich, was wäre Casablanca ohne Zigarette? Vielleicht hat man aber auch nur im Satz „Schau mir in die Augen, Kleines!“ das Husten raus geschnitten. Wer weiß das schon?

Nun läuft gerade „Engel fliegen einsam“. Ein Engel sein, das ist doch etwas. Man braucht kein Auto, sondern man fliegt einfach aus eigener Kraft dahin, wo man will. Wer weiß, vielleicht können Engel sich sogar von Ort zu Ort beamen. Eine lange Autofahrt ist doch schon anstengende. Sich von Ort A nach Ort B beamen ohne Zeitverlust. Statt 5 Stunden mit dem Auto fahren, würde ich mich spontan nach Australien beamen. Am Stand sitzen. Den Sonnenuntergang beobachten, alles ohne Handy. Und nach 5 Stunden zurück nach Hause und mit der Familie zu Abend essen. Das wäre doch etwas sinnvolles.

Aber warum fliegen die Engel einsam? Gibt es nicht genug Engel auf der Welt, das diese gemeinsam fliegen können? Keine Ahnung. Doch ich merke, das meine Müdigkeit mal wieder bescheuerte Flausen in mein Kopf setzen. Das ist so wie Mickie Krause. Völlig nüchtern muß er total besoffene Menschen unterhalten und atmet gefährliche Dämpfe ein. Sowas wie Schweiß, Alkohol und Zigaretten. Wobei, gibt es eigentlich auf Mallorca auch Rauchverbot? Keine Ahnung. Zumindest dürften diese Dämpfe auch viele Flausen in Mickie frei werden lassen. Zumindest muß er wirklich schwer arbeiten. Das alles aushalten? Ist doch einfach die Hölle. Vermutlich denkt er bei „Reis die Hütte ab“ auch noch „Bitte schnell, ich will hier raus.“

Irgendwie summe ich vor mir noch „Forever Young“ und denke mir. So dumm wie damals willst Du heute auch nicht mehr sein. Man stelle sich nur vor, wenn man heute noch an Bienchen und Blümchen glauben würde. Man stelle sich mal vor, man würde noch an den Klapperstorch glauben. Ne, das muß nicht sein. Warum hat nicht mal jemand einen Song geschrieben aller „Ich bin alt und ich liebe es.“?

Oh, wieder eine Schnecke auf der Straße. Die hat sogar Licht im Auto. Hmmm, ich fahre auch mal langsamer. Der Wagen fährt aber nicht gerade sicher. Diese Kurven, die das Auto fährt, als wenn dieses Doppel-D Brüste umkurven würde. Eine lustige Vorstellung. Doch was sehe ich da? Irgendwie geht da ständig was auf und ab. Ich fahre doch mal vorsichtig vorbei. Das will ich mal genauer sehen…… Ne, mitten bei der Autofahrt wird da gerade Oralverkehr betrieben. Die haben wohl auch keine Zeit mehr bis zu Hause, oder?

Irgendwie eine interessante Vorstellung. Ich bleib da mal dran. Mal sehen wann die mich bemerken. Es sind jetzt schon 10 Minuten vorbei und die merken noch immer nix. Das kann es jetzt wirklich nicht sein. Naja, ich will nach Hause. Also gib Gummi.

Oralverkehr während der Autofahrt ist ja nicht verboten. Man stelle sich aber mal vor, gleichzeitig klingelt das Handy. Da muß man ja sofort ran. Wäre ich Polizist, ich würde den Oralverkehr genüsslich laufen lassen, aber sobald ein Handy in der Hand ist: „Bitte rechts ran“

Flausen, geht aus meinem Kopf. So, da ist eine Raststätte. Ich glaube, ich werde jetzt erstmal was essen. Ich hab ja Zeit. Erreichbar bin ich eh nicht. Akku vom Handy leer. Ich halte jetzt mein Auto an und damit auch die Zeit. Ich genieße nun in Ruhe mal ein Pap-Schnitzel mit Gummi-Pommes und lese einfach Zeitung.

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Posted in: u.s.w.