HartzIV: Wenn Sex zum Luxus wird

Posted on 22/07/2008 von

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Heute hab ich einen Bericht gesehen, das der Staat die Verhütung bei HartzIV-Empfängern nicht übernehmen will. Darauf beruhend hier die Fakten dazu und danach meine Überlegung, warum es doch richtig ist, das der Staat die Kosten übernimmt.

Es ist unbestritten das Sex ein Grundbedürfnis der Menschen ist. Es macht nicht nur Spaß. Es ist notwendig zur Fortpflanzung und Arterhaltung. Sex fördert aber auch die Beziehung. Kein Scherz, die gegenseitige Bindung wird durch Sex gefördert. Doch Sex ist teuer, wenn man Hartz IV Empfänger ist und wenn man auch noch verhüten will.

Eine Unterstützung über die ARGE gibt es jedoch nicht. Im Regelsatz von knapp 350 Euro ist für Gesundheitspflege etwas über 13 Euro im Monat vorgesehen. Das reicht kaum um z.B. die Pille zu kaufen. Eine Überlegung ist, das der Bund die Kosten für die Verhütung übernimmt. Das wird aber komplett ausgeschlagen. Und man darf nicht vergessen. Gesundheitspflege, damit ist alles gemeint, nicht nur die Verhütung. Soweit die Fakten.

Darum sollte die Verhütung vom Staat übernommen werden:
Doch ich finde, der Staat denkt da falsch. Alleine aus puren Eigennutz müsste der Staat sowas anbieten. Warum? Kosten sparen. Kein Scherz. Der Staat spart an Hartz 4, indem er die Verhütung bezahlt. Machen wir mal folgende Rechnung auf. Man kann nicht verhindern, das Menschen Sex haben. Man darf es auch nicht verhindern, wenn ein beiderseitiges Einverständnis da ist. Es gibt mehr als genug Menschen, welche zur Not auch ohne Verhütung miteinander schlafen und das Risiko der Schwangerschaft in kauf nehmen. Mit einem Angebot, welche Verhütung bezahlbar wird, kann man die Schwangerschaft verhindern.

Dadurch das dann mehr Kinder von Hartz4 Empfängern auf die Welt kommen (ohne Verhütungsangebot), muß der Staat diese Kinder auch noch finanzieren. Das kann je Kind im Haushalt bis zu 310 Euro je Monat mehr sein. Dazu kommt der Mehrbedarf wie Erstausstattung für Kinder oder der Alleinerziehendenzuschlag. Rechnet man dies im Monat alles zusammen, wäre die Pille, vom Staat finanziert, eine echte Einsparung.

Natürlich kann man nun argumentieren das man auch Kondome verwenden könnte. Aber will man allen ernstes den Hartz4-Empfängern vorschreiben, wieviele Kondome im Monat verwendet werden dürfen? Soll man wirklich sagen: „Nein, Du bekommst im Monat von uns 5 Kondome, und mehr Sex ist nicht erlaubt.“?

Sex ist, wie gesagt, ein Grundbedürfnis. Es wäre Menschenunwürdig, irgendjemanden vorzuschreiben, wieviel Sex man haben darf. Natürlich hört man immer wieder, wie das HartzIV schamlos ausgenutzt wird und das es genug Menschen gibt, die keine Arbeit mehr haben wollen, weil man ja auch mit HartzIV gut leben kann. Das betrifft aber mit Sicherheit nicht die Mehrheit.

Im Grundgesetz steht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

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Posted in: Mensch, Politik