Unternehmen streichen mehr Stellen als sie schaffen

Posted on 21/07/2008 von

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Unter der Überschrift „Unternehmen streichen mehr Stellen als sie schaffen“ hab ich eine Meldung vom Pressetext erhalten. Laut einer Studie werden bei 100 repräsentativen sollen wohl auf ein halbes Jahr gerechnet 45.000 Stellen gestrichen und nur 38.000 neue Stellen geschaffen werden. Im Interview mit Pressetext heißt es ganz locker: „Wenn ein Technologieunternehmen wie Siemens Stellen einspart und trotzdem die gleiche Produktivität vorweisen kann, dann ist dies, rein wirtschaftlich betrachtet, nur effizient. Zudem sollte man nicht vergessen, dass gestrichene Stellen anderenorts auf der Welt wieder neu entstehen“. Das sagt Werner H. Hoffmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Contrast Management-Consulting GmbH.

Natürlich hat er ja recht und natürlich sind 7000 Stellen noch weniger als man eigentlich erwartet hat. Doch wenn immer mehr Stellen gestrichen werden und so immer mehr Menschen auf der Straße stehen und kein Geld mehr haben. Wer soll dann eigentlich noch die Produkte kaufen, welche die Unternehmen herstellen?

Mal ehrlich, Umsatzwachstum, steigender Wohlstand und eine funktionierende Wirtschaft kann nur klappen, wenn der Kreislauf des Geldes funktioniert. Für die Unternehmen funktioniert es ja, weil das Geld wird durch den Export im Ausland geholt. Für den normalen Verbraucher funktioniert es nicht. Es steht immer weniger Geld zur Verfügung und neben steigenden Schulden, immer mehr privaten Insolvenzen und immer weniger Konsum, leiden lokale Einzelhändler. Von diesem Problem profitieren in erster Linie Discounter. Diese wiederum fördern aber durch Preisdruck die Rationalisierung und vernichten mit ihren scharf kalkulierten Preisen, wiederum Arbeitsplätze. Und so entsteht ein teuflischer Kreislauf. Ein Kreislauf nach unten. Und alles begründet durch Vernichtung von Arbeitsplätzen, steigende Lebenshaltungskosten und sinkende Einkünfte der Bevölkerung.

Das in einem halben Jahr 7000 Arbeitsplätze vernichtet werden, klingt im ersten Moment nach nicht viel, wenn man beachtet, das wir ca. 82 Mio Menschen haben, die in Deutschland leben. Berücksichtigt man aber das hinter 7000 Arbeitsplätze auch viele Familienangehörige stehen, sind wesentlich mehr Menschen betroffen. Und wenn man dann noch die Folgen (siehe vorherigen Absatz) beachtet, dann kann sowas entscheidende Probleme erzeugen. Zudem ist die Bevölkerung bei 82 Mio. Nimmt man aber nur die Menschen, die arbeitsfähig sind, dann wird es deutlich weniger. Das Verhältnis 7000 Arbeitsplätze zu den existierenden Vollbeschäftigungen, dann mal prost Mahlzeit.

Und ich finde, darüber sollte sich jeder Gedanken machen.

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Posted in: Wirtschaft