Anderen Schaden, ein Hobby? Deutsches Recht hilft

Posted on 21/07/2008 von

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Es scheint ein Hobby in Deutschland zu sein, anderen Menschen zu schaden. Das deutsche Recht hilft dabei. Doch nicht immer haben die Hobby-Rechthaber Glück. Aktuell geht durch die Presse das Hape Kerkeling eine Anzeige durch einen Zuschauer bekommen hat, weil er in seiner Sendung „Hallo Taxi“ während der Autofahrt mit dem Handy telefoniert hat und Currywurst gegessen hat. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden jedoch eingestellt, weil die Dreharbeiten über ein halbes Jahr her ist und sein Verhalten keine Straftat sondern eine Ordnungswidrigkeit ist.

Auch die Musikindustrie versucht es durch Anzeigen, die illegalen Musik Downloader zu finden und kommen immer seltener durch, weil die Staatsanwaltschaften oft meinen, das diese nicht die Handlager der Industrie sein wollen.

Wer bei Ebay eine Versteigerung macht, muß da selbst als Privatmann ständig damit rechnen das es eine Anzeige gibt. Anwälte riechen da immer große Chancen auf Geld. Und letztlich werden harmlose Menschen, die oft nix verwerfliches tun, geschadet.

Heute muß man gar bei Witzen aufpassen, was man sagt. Wenn man Witze im Niveau der Ostfriesenwitze oder Blondinen-Witze macht sagt noch keiner was. Doch wehe, man macht solche harmlosen Witze über fremde Nationen, die obendrein auch noch eine gute Lobby haben. Da kann es passieren das es eine Anzeige gibt wegen Volksverhetzung. Selbst wenn es keine Volksverhetzung ist, sondern nur eher ein geschmackloser Witz, selbst dann geht schon die Post ab. 600 Euro Strafe ist da noch das kleinste Problem.

Doch wer glaubt, das sei alles, der hat sich vertan. Gäste in der Gastronomie, welche nicht ganz zufrieden waren, sorgen inzwischen für Anzeigen wegen angeblichem Zigarettenrauch. Damit kann man dem Gastronomiebetrieb richtig schaden, weil neben sehr hohen Geldstrafen, ist gar eine Schließung des Lokals möglich. Klar muß sowas bewiesen werden, aber alleine schon die Anzeige sorgt für viel Arbeit und Stress.

Und dann die vielen fingierten Bewerbungen bei Unternehmen, wo das Gleichstellungsgesetz bemüht wird. Wenn man bei einer Stellenanzeige „junge Mitarbeiter“ reagiert, auch wenn man 56 Jahre alt ist, muß man mit Ablehnung rechnen. Und bums, die Firma bekommt eine Anzeige mit fetten Strafen. Der Kläger bekommt dafür gar ein paar Monatsgehälter als Entschädigung. Davon gibt es viele Varianten und ist auch ein Hobby von vielen Menschen. Schneller kann man ja kein Geld verdienen. Dabei kann es sehr nachvollziehbare Gründe geben, warum ein bestimmter Job nur durch eine Frau gemacht werden soll, oder von einem jungen Menschen. Nur wenn ein Kläger zu oft wegen sowas vor Gericht auffällt, könnte der Schuß nach hinten losgehen.

Schaut man sich dies und viele weitere Möglichkeiten an, dann muß man schon davon ausgehen, das viele Menschen einfach nur Spaß daran haben, anderen zu schaden. Ich würde gar vermuten, das die Menschen, die nix anderes zu tun haben, als anderen zu Schaden, sich selber oft ungerecht behandelt fühlen oder gar langweile haben. Und sich vielleicht oft nicht bewusst sind, was diese da anrichten.

Es ist zwar gut und richtig, das man gegen Unrecht vorgeht. Doch das man es auch übertreiben kann, ist doch hier mehr als offensichtlich.

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Posted in: Politik