1&1 DSL – Der Quatsch mit sparen

Posted on 06/07/2008 von

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Aktuell wirbt 1&1 wieder kräftig über den Preis. Früher hat 1&1 ganz groß an die Glocke gehangen, das man nicht über den Preis, sondern über die Qualität der DSL-Produkte werben soll. Ich weiß das genau, weil das hat man mir dort im Vertrieb vermittelt. 1&1 sagte damals, das die im Vergleich zum Wettbewerb so gut sind, das der Preis fast schon nebensächlich ist, zumal alle ähnliche Preise haben. Doch 1&1 bietet ja mehr…..

Die Zeiten sind wohl schon lange vorbei, oder wie darf man den Kampf über den Preis verstehen? Aktuell listet 1&1 die Spar-Vorteile auf. Unglaublich!!! Ich nehme mal das größte Paket von 1&1 (DSL 16.000 mit allem Schnickschnack) Wenn man jetzt bei 1&1 bestellt, kann man einmalig 408,95 Euro sparen und jedes Jahr nochmal 167,88 Euro. Doch um sparen zu können, muß man jetzt Kunde werden.

Nun sollte man sich aber die Details anschauen. Erstmal muß man monatlich rund 35 Euro zahlen, um sparen zu können. Eine interessante Logik. Man muß kaufen um zu sparen. Die sogenannten Spar-Vorteile lösen sich allerdings schnell in Luft auf. Das wundert kaum jemanden, doch ich möchte es trotzdem genauer festhalten.

Einmalig sparen und was wirklich dahinter steckt:
1&1 streicht den Bereitstellungspreis von 59,95 Euro. Das darf man getrost als Witz verstehen, weil man heute kaum noch irgendwo einen Bereitstellungspreis zahlt. Zumindest nicht, wenn man das ganz große Paket kauft. Der schärfste Konkurrent von 1&1 verlangt auch nur für sein Einsteiger-Paket rund 20 Euro Bereitstellungspreis und so wie 1&1, muß man keine Einrichtung für das dicke Paket bezahlen. Das nur als Beispiel. Und da Bereitstellungspreise nur vor langer Zeit in Höhe von fast 100 Euro üblich war. Wer heute von einer Einsparung durch den Wegfall des Bereitstellungspreises spricht, würde auch damit werben einen 20 Jahre alten PC für 1,99 Euro anzubieten, womit der Kunde 2500 Euro sparen kann.

1&1 HomeServer 0,- € statt 249 Euro. Hinter diesem Gerät steckt die FritzBox 7270. Diese wird im Handel regulär tatsächlich für 249 Euro angeboten. Das ist derzeit der größte DSL-Router, den die Firma AVM anbietet. Allerdings subventionieren viele DSL-Anbieter die Geräte bis hin zu Gratis. Und für sehr viele DSL-Kunden, ist die FritzBox 7270 zu groß, weil die meisten eh nur WLAN, DSL und evtl. noch Internet-Telefonie brauchen. Die ganzen Server-Funktionen werden oft nicht genutzt (die alte Vorläufer-Box 7170 hab ich bei Kunden oft eingerichtet und weiß daher, was die Kunden nutzen wollen). Erweitert kommt hinzu, das man bei 1&1 die Geräte i.d.R. nie komplett bezahlen muß. Mal werden 30 Euro für das Gerät verlangt und an anderer Stelle gibt es etwas Gratis dazu, oder mal muß man eine Bereitstellung von 30 Euro zahlen, dafür ist das Gerät gratis. Quasi ein Null-Summen Spiel. Wer heute für ein DSL-Router irgendwo 249 Euro zahlen muß, der muß wirklich nach einen solchen DSL-Provider gesucht haben.

Startguthaben 100 Euro. Das klingt ja super. Man bekommt 100 Euro geschenkt, wenn man jetzt zugreift. Naja, spätestens in der Weihnachtszeit heißt es dann nicht mehr Startguthaben, sondern 3 Monate Gratis, was umgerechnet bei diesem Paket rund 5 Euro mehr „Ersparnis“ einbringt. Das gleiche Angebot bekommt schon seit Jahren immer wieder einen neuen Namen.

Was bleibt? Die sogenannten Spar-Vorteile sind natürlich reines Marketing um den Leuten das Gefühl zu geben, das man jetzt und nur jetzt diese Vorteile genießt und der potenzielle Kunde darum schnellstens bestellt. Doch die einmaligen Spar-Vorteile hat man immer. Doch schauen wir uns mal an, was laut 1&1 jährlich gespart werden kann.

Zusätzlich sparen Sie Jahr für Jahr:
ISDN-Funktion: (z.B. bei T-Home für 4,- €/Monat = 48,- €/Jahr) 48,- € gespart . Die meisten ISDN-Funktionen sind nett zu haben, aber ISDN hat sich in Privathaushalte meist nur deshalb verbreitet, weil es eine lange Zeit DSL nur in Kombination mit einem ISDN-Anschluß zu haben war. Zudem sind die sogenannten ISDN-Merkmale heute i.d.R. bei allen DSL-Anbietern (mit Internet-Telefonie zusammen mit der FritzBox) inklusive und ohne Mehrkosten.

Handy-FLAT: (regulär bei 1&1 für 9,99 €/Monat = 119,88 €/Jahr) 119,88 € gespart. Wenn man die letzten Jahre das große 1&1 DSL-Paket hatte, gab es immer eine Handy-Flat inklusive. Nur für die zweite, dritte oder vierte Karte war jeweils rund 10 Euro zusätzlich zu bezahlen. Zudem bezieht sich die Handy-Flat nur auf das kostenlose telefonieren im Festnetz und zwischen 1&1 Mobilfunk-Kunden. Da heute eh jeder ein Handy und man seltenst mit dem Handy im Festnetz telefoniert, ist dieses Zusatzangebot nett zu haben, aber keine zusätzliche Ersparnis. Zumal, mit 1&1 zahlt man in andere Handy-Netz mit der Handy-Flat mal eben teure 19,9 Cent/Minute. Und das ist der eigentliche Nutzen für 1&1. Wer diese Karte hat, so hofft 1&1, telefoniert damit auch in andere Handy-Netze und so verdient 1&1 dann wirklich. Da sollte man doch lieber z.B. bei Fonic eine PrePaid-Karte kaufen und für 10 Cent die Minute in alle Netze telefonieren. Auch bei Pre-Paid fällt keine Grundgebühr an und Netzintern sind die Gespräche auch sehr billig. (AldiTalk macht netzinterne Gespräche für 3 Cent/Minute und in alle anderen Netze 13 Cent z.B.)

Was bleibt? Marktschreier, Marketing und heiße Luft.

Und wie findet man nun den besten Anbieter für sich? Schaut nicht darauf was man laut Anbieter sparen kann. Macht Euch einfach klar, was Ihr wirklich braucht und schreibt es auf. Und dann guckt was bei den einzelnen Anbietern für einmalige und monatliche Kosten anfallen. Das bringt mehr, als wenn man mit z.B. Spar-Vorteilen geblendet wird.

Wer bequem surfen will und bis zu zwei Telefonate per Internet-Telefonie machen will, dürfte mit DSL 2000 locker auskommen. Wer das Internet intensiv nutzt für Download, Online-Filme und Musik und dann auch noch mehr als 2 Telefonate gleichzeitig macht, kommt noch immer mit DSL 6.000 locker aus. Die ältere Fritz.Box 7170 ist auch heute noch für Hardcore-Anwender locker ausreichend. Es gibt nur wenige Fälle, wo die neue FritzBox 7270 wirklich benötigt wird und das dürfte wohl auch in zwei Jahren noch so sein.

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Posted in: PC & Co., Wirtschaft