"Index of" MP3 per FTP downloaden – nur wo? Und ist es legal?

Posted on 22/05/2008 von

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Auch wenn Tauschbörsen-User verfolgt werden und hohe Strafen drohen. Letztlich kann die Musikindustrie nix ausrichten. Ein Beispiel dafür zeige ich Euch hier. Aus rechtlichen Gründen sind die Erklärungen grob gefasst. Und man möge unbedingt die Warnungen beachten. Der Artikel soll nur die Sinnlosigkeit der Aktionen der Industrie aufzeigen.

Tauschbörsen sind für den Download von Musik nicht legal, weil die User die Verbreitung ermöglichen. Der Download alleine wird rechtlich nicht verfolgt. Die Alternative wäre, die Musik per FTP aus dem Netz zu holen. Das ist bequem und einfach. Dazu brauch man eigentlich nur einen FTP-Client wie z.B. FileZilla (kostenlos) und man muß wissen wo die Server sind.

Eine Variante ist, das man per Google nach offenen FTP-Servern sucht, indem man die Begriffe verwendet. Die Begriffe „Index of“ tauchen immer auf Servern auf, die nach Standard eingerichtet sind und die Server-Betreiber nicht an Sicherheit denken. Und man findet Server, die bewusst und mit Absicht offen sind, besonders in Russland. Allerdings gibt es auch Fallensteller. Diese gaukeln einen offenen Server vor und leiten auch auf kostenpflichtige Angebote.

Statt Google kann man auch Filme und Musik suchen, indem man eine FTP-Suchmaschine wie pubftp (aus rechtlichen Gründen ohne Link) nutzt. Dort werden derzeit ca. 4000 öffentliche FTP-Server indiziert. Dort gibt man dann die zu suchende Datei ein und mit etwas Glück wird es auch gefunden.

Wenn man erstmal die Adresse zum Server hat, wählt man sich dort per FTP-Software anonym ein. Anonym-User haben meisten Zutritt bei öffentlichen Servern. Dann muß man sich mit dem Verzeichnis schlau machen und der Download kann beginnen.

Nicht alles, was möglich ist, sollte genutzt werden. Warum? Es gibt mehrere Gründe:
Die Gefahren:
Man muß sich immer vor Augen führen, das solche Server oft bewusst für illegale Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Da sind nicht nur Menschen hinter, die der Netzwelt helfen will, an kostenlose Musik zu kommen. Die Musik, Filme, Programme, welche angeboten werden, können auch Gefahren wie Trojaner, Viren u.s.w. enthalten. Daher sollte man eh auf ausführbare Programme und ZIP-Archive verzichten. Und wie erwähnt, scheinbar offene Server können auch Fallen sein um die User auf kostenpflichtige Angebote zu locken. Und dem offenen Server teilt man seine IP-Adresse mit. Da muß man sich immer überlegen wie sicher der eigene PC ist. Selbst ein Sicherheitsloch im FTP-Client kann schon für Schaden am eigenen Rechner sorgen.

Die rechtliche Seite:
Nicht jeder Server, der im Netz offen rumsteht, ist für die Öffentlichkeit gedacht. Da stellt sich die Frage, ob es rechtlich ok ist, wenn man auf solche Server geht. Der Downloader selber befindet sich oft in einer Grauzone und schwangt zwischen illegalem handeln und legalem handeln. Die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden ist dabei deutlich geringer als wenn man Tauschbörsen nutzt. Die Download-Geschwindigkeit ist im Vergleich zu Tauschbörsen deutlich besser. Dennoch bleibt rein rechtlich immer ein Unsicherheitsfaktor. Die Leute, welche MP3-Musik zum Download auf ihren Servern anbieten, handeln definitiv illegal, sofern Urheberrechte verletzt werden. Nur soll mal jemand diese Leute in Russland schnappen.

Fazit: Die Musikindustrie verfolgt besonders Tauschbörsen-User und nutzt alle Mittel um ihre Musik vor illegalen Machenschaften zu schützen. Der Artikel zeigt, das im global vernetztem Internet das Urheberrecht sehr schwierig durchgesetzt werden kann. Und damit wieder ein Beispiel, warum das Urheberrecht aus heutiger Sicht überholt ist und dringend ein neues Modell gefunden werden muß, was Konsument und Rechteinhaber gleichermaßen fair behandelt und akzeptiert wird.

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Posted in: Musik