Verdeckte Werbung als Blog fast.kostenlos.de – MoehBlog EXKLUSIV

Posted on 07/05/2008 von

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enttarnt.jpgWie ein Blog das Vertrauen der Leser missbraucht, damit versucht Geld zu machen und welche teilweise raffinierte Lösungen genutzt werden zeige ich Euch hier. Und dann stellt sich noch mindestens die moralische Frage, wenn nicht gar gegen Gesetze verstoßen wird. Allerdings bin ich kein Anwalt, darum vermag ich das nicht zu beurteilen. Das Angebot fast.kostenlos.de wird von mir nicht verlinkt. Die haben es nicht verdient, verlinkt zu werden und sollten durch meinen Bericht keine neuen Leser gewinnen.

fast.kostenlos.de tarnt sich als Ratgeber
Die Sache ist ganz einfach. Werbung muß in Deutschland erkennbar sein. Und Werbung muß vom redaktionellen Teil getrennt sein. Das gilt für Fernsehen, Zeitung aber auch für das Internet. Und gerade da, wo journalistisch gearbeitet wird und wo die Leute ein hohes Maß an Vertrauen haben, sollte Werbung vom Inhalt getrennt sein. Das Vertrauen der Leser darf nicht durch Täuschung missbraucht werden. Genau das macht fast.kostenlos.de. Diese Seite kommt daher wie ein ganz gewöhnlicher Blog. Nur das jeder von mir geprüfte Artikel reine Werbung ist. Nicht das es nach Werbung wirken würde. Nein, die reden über Schnäppchen, Rabatte und alles, womit man möglichst billiger einkaufen kann, wirkt wie glaubhafte Empfehlungen. Ein Blog als Ratgeber für Schnäppchenjäger? Genau das ist es nicht.

fast.kostenlos.de kassiert mit
Alle geprüften Artikel des Bloggers laufen nach dem gleichen Muster. Der Blog fast.kostenlos.de bringt Empfehlungen und zwar aus puren Eigennutz. Dieser Eigennutz ist natürlich rein finanziell. So ziemlich jede Empfehlung, welche ich geprüft habe, ist mit einem vermeintlichen internen Link versehen, welcher zu dem Rabatt z.B. von Bonprix führt. Dieser Link ist Suchmaschinen-Freundlich mit entsprechenden Suchbegriffen versehen. Beobachtet man die WebSite-Aufrufe nach dem Klick genau, sind gleich mehrere Umleitungen zu beobachten. Erst führt dieser Link scheinbar intern weiter. Von dort geht es zu einem Partnerprogramm-Portal (im Beispiel Bonprix ist es Zanox). Damit erfährt Zanox und Bonprix, das unter bestimmten Vorraussetzungen Provision an den Betreiber von fast.kostenlos.de zu zahlen ist. Entweder schon durch den Klick gibt es Geld, oder z.B. je Lead (z.B. Newsletter-Anmeldung) oder pro vermittelten Verkauf (i.d.R. ein Prozentsatz vom Verkaufswert). Fast.kostenlos.de ist verbunden mit Zanox, Superclix, AdButler sowie TradeDoubler, das ist gesichert. Und vermutlich auch mit Affili.net und weiteren Anbietern.

Täuschung und Folgen:
bloggeramt.jpgWeitere Überprüfungen wie z.B. bei TopBlogs.de, Bloggerei oder Bloggeramt haben ergeben, das fast.kostenlos.de um die ca. 600 Seitenaufrufe am Tag hat. Wenn nur 10 % der Leser von fast.kostenlos.de, diese Links verfolgen und den Empfehlungen nachgehen, dürfte fast.kostenlos.de gutes Geld verdienen mit vermeintlich redaktionellen Inhalten. Das die Tarnung funktioniert und das offensichtlich andere auch darauf reinfallen, zeigt auch Bloggeramt. Dort ist fast.kostenlos.de als „Blog der Woche“ vorgestellt worden (diese Woche, siehe Bild links). Das Bloggeramt ermittelt laut eigener Aussage einen „Blog der Woche“ durch das Erscheinungsbild, Aktualität und Inhalt. Der Inhalt hätte es nicht sein dürfen. Das Design ist ein Template (also Design-Vorlage), was jeder Blogger (welcher WordPress nutzt) einsetzen kann und das Kriterium Aktualität alleine dürfte wohl kaum reichen um zum „Blog der Woche“ gewählt zu werden. Durch die getarnten Links werden auch die Suchmaschinen gefüttert, was zur Folge haben kann, das selbst wenn man fast.kostenlos.de nicht aufruft, der Betreiber noch seine Provision über Suchmaschinen einstreichen kann. Und ob eine Empfehlung wirklich etwas taugt, wenn der, der empfiehlt, selber daran verdient, ist doch eher zweifelhaft.

Wie unabhängig ist die Redaktion wirklich?
fast.kostenlos.de schreibt über sich „Bei unserer Arbeit für Kostenlos.de treffen wir immer wieder auf Angebote, die nicht so recht zu Kostenlos.de passen wollen, unserer Ansicht nach aber trotzdem erwähnenswert sind.“ und weiter zu lesen ist „Außerdem ist einigen hier das anonyme Dasein eines Onlineredakteurs zu langweilig, und so werden wir ab sofort zu Bloggern.“ Doch diese Sätze bezweifel ich sehr, wenn ich mir die bereits erwähnten Fakten ansehe.

Wer steckt hinter fast.kostenlos.de?
Auf den ersten Blick ist fast.kostenlos.de ein privater Blog. Ein Blick im Impressum oder die Domain-Auskunft Denic.de zeigt was anderes. Fast.kostenlos.de ist ein Blog, welcher zu Kostenlos.de gehört. Ein Angebot, welches ein Portal darstellt, welches die User über kostenlose Dinge (z.B. Produktproben) oder Gewinnspiele informiert. Dieses stammt noch aus dem ersten Internet-Hype um ca. das Jahr 1999. Es wurde in der Fachpresse, aber auch in TV-Zeitschriften, Nachrichten-Magazine und im Fernsehen sehr oft erwähnt und kann ohne Zweifel als das größte deutsche Angebot seiner Art gelten. Und das alles gehört zur Valudo AG. Diese Firma, mit Sitz in Duisburg hatte schwer zu kämpfen. Laut Auskunft eines dortigen nicht näher erwähnten Mitarbeiters (vor ca. 3-4 Jahren) soll die Firma finanziell ein Problem bekommen haben, weil Unternehmen immer weniger Geld für Werbung ausgegeben hatten. Man versuchte mit GewinnClub oder ProduktClub, den Surfer zu einem zahlendem Mitglied zu machen, welcher dann angeblich automatisch pro Monat bei einer bestimmten Menge von Proben-Anbietern oder Gewinnspiel-Anbietern eingetragen wurde. Diese Dienste gibt es noch heute. Auch bei Kostenlos.de findet man viele Vorstellungen im redaktionellen Teil, wo der Betreiber Valudo AG mitkassiert. Also verdeckt Werbung macht.

Ähnliche Angebote der gleichen Firma:
Gleiche Methoden sind auch auf gutscheine.kostenlos.de, TopGewinnspiele.de und konto.kostenlos.de zu finden.

Was ist am Blog fast.kostenlos.de nicht richtig?
Leser vertrauen Bloggern oft mehr als Zeitungen. Die Leser von Blogs erwarten Artikel, welche die freie Meinung des Bloggers darstellen. Ein Kollege, den ich zu diesem Artikel zu Rate gezogen habe, drückt es so treffend aus:

Auch wenn viele den Blogs einen journalistischen Charakter abstreiten, so ist dies indirekt ja „Bürger-Journalismus“.

Das Vertrauen der Leser wird mit solchen Methoden, welche fast.kostenlos.de einsetzt, ausgenutzt. Das ist so zu sehen. Unabhängig davon ob der Leser den tatsächlichen Nutzen erhält, welcher versprochen wird. Die von fast.kostenlos.de genutzten Möglichkeiten halte ich persönlich sogar als unlautere Werbung und ich bin erstaunt, das die erwähnten PartnerPortale und Werbetreibenen dies so akzeptieren, da letztlich auch deren Ruf auf dem Spiel steht. Wobei man aber auch sagen muß, das an den Methoden von fast.kostenlos.de auch die PartnerPortale fleißig mitverdienen. Ob diese Art der Werbung rein rechtlich in Ordnung ist, möchte ich nicht beurteilen. Moralisch ist das für mich jedoch unter aller Sau.

Zum Schluß allgemeines zu Blogger und Werbung:
Das gerade etwas größere Blogger auf ihren Seiten Werbung einblenden, wird langsam normal und akzeptiert. Immerhin steckt dahinter der Versuch, seinen Blog zu refinanzieren und das oft genug mit Google-Anzeigen. Sofern man sich redaktionell nicht beeinflussen lässt und die Werbung als solche auch erkennbar ist, ist dies in Ordnung. Bedenklicher werden schon Gewinnspiel-Aktionen, wo Blogger aufgefordert werden, über eine Aktion zu berichten mit Verlinkung und unter allen Teilnehmern werden zum Beispiel Handys verlost. Wirkt auf den ersten Blick harmlos. Tatsächlich entsteht Werbung und die Beeinflussung von Multiplikatoren (Bloggern). Das dieser Gewinnspiel-Artikel werbenden Charakter hat, wird oft nicht kenntlich gemacht. Viele Blogger berücksichtigen nicht, das die Erwähnung reine Werbung ist, wo man hofft, mit einem Handy u.s.w. belohnt zu werden. Und Angebote wie Trigami bieten gar Geld für verdeckte Werbung, so der häufige Vorwurf gegenüber der Firma. Gerade private Blogger werden so geködert und geblendet. Unachtsamkeit kann man diesen unterstellen. Das diese beeinflussbar sind und über Folgen nicht nachdenken, durchaus auch. Jedoch, wenn ein Unternehmen wie die Valudo AG die Möglichkeiten ausnutzt um Werbung in redaktionelle Scheinartikel zu verfassen, dann halte ich das eindeutig für Falsch und Verwerflich.

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