Tollpatsch gewinnt Immigrations- wettbewerb

Posted on 28/04/2008 von

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Sprachwissenschaftler suchen nach einem Wort, was nicht deutschem, Ursprung ist, aber in Deutschland so verwendet wird, als wenn es schon immer deutsch war. Quasi sowas wie ein Immigrationswettbewerb für Wörter. 3.500 Menschen aus 45 Länder haben bei der Suche geholfen und nun sind die Sieger bekannt. Platz 3 ist der „Engel“. Die Currywurst liegt auf Platz 2. Was mich sehr überrascht hat, ist Platz 1 mit „Tollpatsch“.

Also hab ich bei Wikipedia Informationen gesucht, weil ich doch wissen wollte, woher Tollpatsch kommt und wie das in den deutschen Sprachgebrauch gelangen konnte. Hier die Infos dazu:

Das Wort wurde im 17. Jahrhundert entlehnt aus ungarisch talpas ([ˈtɒl.pɒʃ] „füßig, breitfüßig“, zu talp „Sohle“) und bezeichnete im 17. und 18. Jahrhundert in den Formen Tobatz, Tolpatsch, Talpatsch, Dolpatsch, Dalpatsch (mit Plural -en: die Tolpatschen) zunächst, wie auch im Französischen talpache, einen ungarischen Fußsoldaten, einer gängigen Erklärung zufolge speziell darum, weil ungarische Infanteristen statt festen Schuhwerks breite mit Schnüren befestigte Sohlen getragen haben sollen. Im Österreichischen wurde das Wort dann zur Spottbezeichnung für einen Soldaten ungarischer oder slawischer Herkunft, der eine unverständliche Sprache spricht.

Durch volksetymologische Umdeutung, die das Wort mit ähnlich klingendem toll („verrückt“), Tölpel („ungeschickter, dummer Mensch“) oder Talp („Tölpel“) und patschen („schwerfällig oder laut auftreten“, aber auch „laut zuschlagen, ohrfeigen, mit der Peitsche knallen“, „schwatzen“) assoziierte, wurde das Wort in seiner Bedeutung verallgemeinernd erweitert zu der heute üblichen Bezeichnung für einen Menschen, der sich ungeschickt oder tölpelhaft verhält. In Verbindung damit wurde auch die ursprüngliche Pluralform Tolpatschen durch Tol(l)patsche abgelöst.

Der Wettbewerb stammt vom Goethe-Institut und Deutscher Sprachrat.

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