Je schlaue, desto dünner – Die dicken dummen Menschen von Deutschland

Posted on 30/01/2008 von

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Laut der „Nationalen Verzehrstudie“, die heute vorgestellt wurde, ist jeder 5. Deutsche zu dick. Verantwortlich ist der Bildungsgrad und die soziale Schicht. Bedeutet das also, das nun nicht mehr „blond = blöd“ gilt, sondern „dick = dummer Hartz 4 Empfänger“? Taugt als Gag, ist mir aber als echte Aussage zu hart. Der Aussage zu folge geht es unseren Rentnern zu schlecht und der Jugend zu gut. Immerhin sind über 30 % der Menschen ab 60 Jahren zu dick und bei der Jugend je nach Alter nur 7 – 11 %.

Zudem würde es auch bedeuten, das wir Männer blöder sind als Frauen, weil ca. 66% der Männer Übergewicht haben und „nur“ 50% der Frauen das gleiche Problem besitzen.

Bei den jugendlichen Mädchen gibt es allerdings auch ein Extrem. Über 10% der Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren „leiden“ an Untergewicht. Ich wusste es doch. Heidi Klum ist schuld. Diese Mädels schauen zuviel „Gemanys next Topmodel“. Oder ist es doch Bildungsfernsehen? Immerhin sollen ja dünne Menschen besonders schlau sein (laut Studie).

Aber wie komme ich darauf, das „dick = dummer Hartz IV Empfänger“ richtig sei? Nun, die Studie zeigt, das bei der sogenannten Unterschicht (also alle mit schlechter Bildung und schlechten Jobs bis Arbeitslos) die Zahl der Dicken deutlich höher ist, als in der „reichen“ Oberschicht. 20% der Männer in der Unterschicht haben Übergewicht (13% in der Oberschicht). Bei Frauen ist es noch krasser. In der Unterschicht ist jede dritte Frau mit Übergewicht versehen (Oberschicht nur 10%). Ich sage nicht, das ein Hartz 4 Empfänger dumm sein. Das wirklich nicht. Doch wenn die Studie sagt, das geringer Bildungsstand und geringe soziale sowie wirtschaftliche Stellung (Unterschicht) bedeutet, „Fett“ zu sein………

Ein Trost gibt es für alle, die Single sind bzw. alleine leben. Diese sind eher schlanker als „andere“. Ist es also schlau, alleine zu leben? Und was ist, wenn man Single ist und trotzdem zur Unterschicht gehört? Ist man da Dick oder Dünn? Und wenn man Single, studiert und Hartz 4 ist, ist man dann eher dünn oder dick?

Jetzt könnte man die Studie auch so deuten. Hartz 4 Empfängern in Deutschland geht es noch zu gut, das angefutterte Fett muß ja auch bezahlt werden. Das könnte eine heiße Debatte im Bundestag werden. 😉

Und die Gewerkschaften erstmal. Mehr Geld würde ja eine bessere wirtschaftliche Stellung bedeuten, was wiederum zu weniger Fettleibigkeit führt, wenn man die Studie so interpretiert. Ich sehe schon die Schlachtrufe: „Mehr Geld = schlankere und gesundere Mitarbeiter“ oder „Gesünder leben mit mehr Gehalt.“

Kritik: Die Aufteilung nach Geschlecht, Altersklasse, Bildungsgrad und sozialer Status ist mir zu blöd. Nach meiner Meinung kann man da höchstens von Tendenzen reden. Aber einen dicken Menschen gleich in die Unterschicht zu packen, wäre genauso fatal wie einen dünnen Menschen zur „Oberschicht“ zu zählen. Und was hat bitte Bildung mit Körpergewicht zu tun? Der Haken ist auch, das gerade unsere Großeltern bevorzugt fettiger und deftiger kochen, als die jüngere Generation von heute. Das liegt daran das die Großeltern nicht nur den Krieg erlebt hatten, sondern das deftiges Essen damals auch richtig war, weil man damals wesentlich mehr körperliche Arbeit leisten mußte als heute. Und wer mehr körperliche Arbeit leistet, muß auch mehr Energie (Fett und Zucker) zugeführt bekommen. Und diese Großeltern, die heute in Rente sind, müssen nicht mehr arbeiten, aber deren Essgewohnheiten kann man nicht mal eben so umstellen. Daher gefällt mir die aktuelle Studie überhaupt nicht.

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Posted in: Politik