Die hohen Lohnforderungen kommen nun überall und der Mindestlohn?

Posted on 16/01/2008 von

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Ob nun SPD und CDU sich über Mindestlöhne streiten und die eine Partei meint, es würde schaden, was die andere völlig anders sieht, oder ob die Gewerkschaften deutlich mehr Geld fordern. Alles steht inzwischen auf Erhöhung. Beim Mindestlohn gibt es sehr unterschiedliche Erfahrungen auf internationalen Boden.

In den USA gibt es seit 1973 den Mindestlohn und wurde jedes Jahr nur so gering erhöht, das man heute eine sehr hohe Zahl von Menschen hat, die unter den Titel „Armut trotz Arbeit“ laufen. Dafür gab es in den 90er Jahren einen Jobboom. Das bringt zwar nix, weil wenn man zu wenig verdient um zu leben…….

Im Vergleich, sieht es in Frankreich anders aus. Da wurde der Mindestlohn als Wahlgeschenke ständig extrem erhöht, so das über 17 % der Arbeitnehmer den Mindestlohn beziehen und nicht nur das. Selbst die Sozialisten in Frankreich sehen ein, das dieses hohe Niveau von Mindestlohn dazu führt, das Arbeitsplätze verloren gehen.

Wenn man sich beide extreme anschaut, sollten sich die Regierungsparteien mal vom Wahlkampf verabschieden und prüfen, ob und wie man den Mindestlohn objektiv einführt, oder besser nicht. Wenn dieser richtig eingesetzt wird, wäre es richtig. Man setzt einen Mindestlohn fest, der in Ost und West gleich ist und sicherstellt, das die Menschen nicht in Armut leben, wenn diese den Mindestlohn beziehen. Und anhand der jährlichen Teuerungsrate wird auch der Mindestlohn jährlich erhöht. Wenn der Betrag nun so gesetzt wird, das weder Arbeitsplätze noch die Wirtschaft gefährdet wird und der Arbeitnehmer einen fairen Mindestsatz bekommt um vernünftig Leben zu können, spricht doch nix dagegen. Allerdings glaube ich nicht daran das unsere Politiker einen vernünftigen Weg finden. Und so ist es besser, den Mindestlohn nicht umzusetzen, weil lieber nix, als Mist.

Gleichzeitig hat der Erfolg der GDL dafür gesorgt, das nun einige Gewerkschaften deutlich mehr Geld fordern und mit mind. 8 – 11 % mehr Gehalt in die Tarifverhandlungen gehen. Sollten die Gewerkschaften noch mehr fordern, befürchte ich, das der Miniaufschwung schnell vorbei ist. Gerade weil wir Deutschen in Westeuropa inzwischen relativ geringe Lohnkosten haben, ist der kleine Aufschwung gekommen. Auf der anderen Seite kann ich verstehen, das nach langer Durststrecke und den enorm gestiegenen Preisen im letzten Jahr, die Arbeitnehmer mehr Geld haben wollen. Wenn die Gehaltserhöhung 1-2 % über der realen Teuerungsrate liegt, wäre es schon ausreichend für 2008. Und 2009 nochmal 1-2 % über der Teuerungsrate und Schluß. Danach muß man erstmal sehen wie sich dies auf die Wirtschaft auswirkt und ob wir Bürger mehr Geld ausgeben.

Wenn es ums Gehalt geht, führen die Menschen leider nur selten sachliche Gespräche. Das gilt für die Arbeitnehmer, Gewerkschaften, Arbeitgeber und deren Vertreter und das gilt auch für die Politiker. Alles wäre so einfach, wenn man mal objektiv bleiben würde und persönliche Interessen hinter dem großen Ganzen stellen würde. Das gilt für alle. Zumindest bleibt es spannend, was dieses Jahr noch passieren wird.

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Posted in: Wirtschaft