Robin Scharfblog – Der Retter des Free-TV´s

Posted on 03/12/2006 von

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Es war einmal ein Land. Es war das wertvollste Land in Europa. 80 Mio. Menschen schauen Fernsehen. Es ist ein Land voller Burgen, wo mächtige und böse Herrscher in Köln, für die Könige in Mainz und Hamburg TV-Steuern eintreiben. Die Menschen in diesem Land waren nicht glücklich mit den Herrschern, weil diese auch Steuern eintreiben, wenn Bürger zwar die Möglichkeit hätten, den Fernseher zu nutzen, es aber nie eingeschaltet haben.

Überhaupt waren die Zuschauer sehr unzufrieden. Das Niveau der Sendungen der zwei großen Sender war einfach zu hoch für das normale Volk. Das Fernsehen hat nur in Ausnahmen in der Sprache gesprochen, welches auch das Volk verstanden hatte. Für die Steuer, die Herrscher nennen es Gebühr, wurde der erhobene Zeigefinger gesendet und das Volk sollte ständig belehrt werden. Die Herrscher nannten es Bildungsauftrag.

Eines Tages, es war vor ungefähr 21 Jahren, kamen kleine Fürstenhäuser auf die Idee, mehr für das Volk zu tun. Sie gründeten kleine kostenlose TV-Programme womit sie Propaganda für andere geschäftstüchtige Menschen verbreiten wollten. Die kleinen Fürstenhäuser waren eben käuflich. Doch um beim Volk erfolgreich zu sein, nannten die kleinen Fürsten das Programm schlicht Free-TV und haben es verstanden, die Sprache des Volkes zu benutzen. Nur so gab es eine Chance um die reichen Fürsten noch reicher zu machen.

Und das Volk hat die Idee verstanden und sahen die Fürsten als Wohltäter. Immer mehr Bürger des wunderschönen Landes liebten das Programm mit fehlendem Zeigefinger und geringen Niveau. Das Volk liebte die frechen Sendungen rund um Titten für Länderpunkte, Torten für Moderatoren und Kulturfilmen sowie umfangreichen Reportagen von Schulmädchen, welche die Sprache des Volkes benutzten. Die Propaganda wurde akzeptiert. Doch die Fürsten, welche Ihre Niederlassungen in Köln, Berlin und München haben, kassierten immer mehr Geld von den Geschäftsleuten. Sie haben den Geschäftsleuten gesagt, das diese entweder bezahlen, oder keine Chance auf Propaganda haben. Keine Propagande würde die Geschäftsleute zerstören. Es war eine gute Zeit, weil die Fürsten immer reicher wurden und das Volk immer mehr Auswahl hatte. Es entstand eine blühende TV-Landschaft. Doch mit der Zeit sind die Fürsten nach und nach verstorben oder sind plötzlich verschwunden. Damit ist auch die Leidenschaft der Machthaber verloren gegangen. Die Erben wollten immer mehr Geld haben und konnten irgendwann nicht mehr die Preise für die Propagande nehmen. Man darf einem Menschen Blut abnehmen, aber nur so soviel, damit dieser am Leben bleibt und um diesem später noch mehr zu entnehmen. So sind die Fürsten mit den Geschäftsleuten umgegangen.

Also fingen die Erben an, neue Ideen zu entwickeln, mit dem die Erben die gigantischen Geldspeicher füllen konnten. Ein regelmäßiges Bad im Geld mußte ja gewährleistet sein. Und so kamen diese auf die Idee, das Volk bezahlen zu lassen. Doch es mußte wohltätig klingen, weil man wollte ja nicht mit den verrufenen Königshäusern verglichen werden. Also nannte man es Gewinnspiel und das Volk hatte die Ehre, regelmäßig mit den Mitarbeitern der Fürsten zu sprechen. Alles per Telefon. Dieses Telefon ermöglichte eine Gebühr von einem halben Taler pro Anruf, welche den Fürsten zugute gekommen ist. Oder man hat dort gleich wertvolle Güter zu überhöhten Preisen erhalten. Die Idee war erfolgreich und nur wenige Rebellen im Volk merkten, was die Fürsten da wirklich getrieben haben. Doch auch die kleinen Handwerker, welche die Sendungen für die Fürsten produzierten, mußten ständig mit immer kleineren Entlohnungen leben. Entweder man stirbt am Hunger oder man nimmt den Job an um immerhin noch das trockene Brot zum Leben bezahlen zu können. Es war kein Leben, aber es reichte um nicht zu sterben.

Die zweite Generation von Fürsten ist auch verstorben. Manche Fürstenhäuser haben geheiratet und konnten so die Macht weiter ausbauen. Macht, das ist etwas, welches die zwei großen Königshäuser in Mainz und Hamburg immer mehr verloren hatten. Dies sorgte dafür, das diese ihr Niveau deutlich gesenkt hatten. Auch der erhobene Zeigefinger ging immer weiter zurück. Die Königshäuser versuchten so, das Volk wieder für sich zu gewinnen. Doch nur der Trend nach unten konnte gebremst werden. Heute sind die Fürsten und die Königshäuser auf einer Höhe.

Doch die dritte Generation war noch gieriger nach Geld und Macht. So haben sich die zwei großen Fürsten-Familien, welche sich abgekürzt Märchen-Group und FabelMal1Fürsten nannten dazu gebracht hatte, nach vielen Jahren der Feindschaft, miteinander zu sprechen. Gemeinsam kam man auf die Idee, das die Empfangsgeräte des Volkes in Geldeintreiber-Maschinen umgewandelt werden müssten. Und wer diese Maschinen nicht hat, würde das Programm nicht empfangen. Immerhin hatten die Fürstenhäuser frühzeitig dafür gesorgt, durch endlose SeifenOpern, das Volk süchtig zu machen. Nun soll das Volk für die Sucht bezahlen. So konnte man es jedoch nicht dem Volk verkaufen. Man wollte ja weiter als die Wohltäter des Free-TV gelten. Daher nannten die ihre Idee Digital-TV mit Grundverschlüsselung und sprach von mehr Vielfalt und noch mehr Qualität. Natürlich ist eine solche hohe Qualität an Niveaulosigkeit und Ideenmangel nicht wirklich günstig. Daher nannten man die Gebühr, welche das Volk an die Fürsten zahlen sollten, schlicht und ergreifend Spende für wohltätige Fernsehqualität zur Sicherung des hohen, neuen und modernen Standards.

Doch die Fürstenhäuser haben nicht gemerkt, das das große Vertrauen des Volkes nicht mehr so hoch ist, wie noch vor vielen Jahren. Zu oft wurden Barden als die neuen Superstars angekündigt und Musik verkauft, die nicht einmal im Ansatz für Leistung sprach. Oft genug wurde dem Volk hochwertige Produkte vorgestellt, ohne zu sagen das es Propaganda war und die Qualität der Produkte in Wirklichkeit minderwertig ist. Zu oft wurden Randgruppen diskriminiert, welche besonders gerne bestimmte Sendungen sehen wollten, die kurzfristig aus dem Programm genommen wurden, weil es eben nicht die große Masse angesprochen hatte. Und die Alten und Schwachen wurden bevorzugt nicht beachtet. Diese hatten nur eine gelegentlich kleine Chance bei den Königshäusern, bevorzugt das aus Mainz. Doch die Fürsten hatten inzwischen genug Macht um dem Volk die Gebühr, sorry Spende, aus der Tasche zu ziehen.

Eines Tages erhebte sich aus dem Volk ein Mann, welcher aus Angst vor Attentäter, sich im Fernseh-Dschungel versteckte. Ein Mann, welchem viel Ruhm und Ehre gebührt. Er hat den reichen Fürsten das Geld genommen und es den armen Menschen gegeben. Ein Mann, welcher schon früher in DokuSoaps den Menschen im Auftrag der Fürsten geholfen hatte. Jedoch später merkte, das die Hilfe der Fürsten nur vorgetäuscht war. Ein Mann, wie es in der TV-Landschaft keinen zweiten je geben wird. Das Volk nannte Ihn Robin Scharfblog.

Er nutzte neue Möglichkeiten um mit seiner Stimme für das Volk zu sprechen. Er ist der Mann, welcher sich bei den Reichen reingeschmuggelt hat und die Wahrheit über angeblich tolle Sendungen dem Volk verraten hat. Er hat überall geholfen und wurde als Held gefeiert. Doch die Spenden konnte er noch nicht verhindern. Darum hat er Gefolgsleute gesucht, welche ihm helfen sollten, endlich die Spenden zu beenden und dem Volk die Freiheit wieder zurück zu geben. Doch ob er es je schaffen wird?

Seien Sie gespannt auf die nächste Folge, in der unser Held Robin Scharfblog neue skrupellose Ideen der Fürsten aufdeckt und eine Stiftung für Süchtige Telenovela Menschen gründet, welche er kurz „STM e.V.“ nennen wird.

An alle RTL II – Zuschauer, diese fiktive Geschichte ist eine Erfindung. Ähnlichkeiten mit Personen, Gegenstände und wahren Ereignissen sind zufällig und nicht im Sinne der Autoren.

Hier zu Robin Scharfblog Teil 2

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